Eigentlich könnte es mir zur Zeit gut gehen, denn ich habe keine ernsthaften Probleme. Aber was mich immer wieder daran hindert, den Augenblick zu genießen und nach vorne zu schauen, sind die Erinnerungen an die schlechten Zeiten, die hinter mir liegen. Es tauchen immer wieder Bilder aus meiner beschissenen Vergangenheit auf, die sich wie ein Film über meine Augen legen, so daß ich die Welt wieder so wahrnehme wie damals. Aber eigentlich will ich damit nichts mehr zu tun haben und versuche die Erinnerungen zu verdrängen, indem ich mich auf etwas anderes konzentriere. Immer wenn ich in dieser Vergangenheits-Scheiße feststecke plagt mich Traurigkeit, Melancholie, Schwermut, innere Düsternis, wie auch immer man es bezeichnen will. Ich will diesen Ballast einfach nur loswerden und wieder frei durchatmen können, anstatt immer nur zu seufzen. Wie kann man aus dem Strudel der Erinnerungen entkommen und wieder im Hier und Jetzt ankommen, ohne daß dies gleich mit einer buddhistischen/zenmäßigen Aura verbunden ist? Denn Buddhismus/Zen zähle ich auch zu meiner depressiven Vergangenheit, mit der ich abgeschlossen habe.
Und manchmal haben wir uns zu sehr eingelassen, sollten uns von Dingen/Personen besser wieder lösen.
Die nun zu hassen ist der falsche Ansatz, denn damit werden wir zu ihrer Marionette. Richtig ist es, sie ohne Reaktion wahrnehmen zu lernen und völlig frei zu entscheiden, was wir selbst fühlen wollen.
Haß vergiftet innerlich. So viel Macht wirst Du niemandem und nichts einräumen wollen.
Unsere Wahrnehmung hängt auch davon ab, wie offen wir sind. Offenheit ermöglicht Einflußnahme. Es ist wohl so, dass Drogen zu einer Offenheit führen können, die der Entwicklung der eigenen Stärke nicht entspricht. Dadurch dass diese Offenheit nicht durch ein bewusstes sich-öffnen ebtstanden ist, fehlt die Kontrolle über den Grad der Offenheit.
Viele Menschen wissen nicht, dass es auch nötig ist sich verschliessen zu können. Offenheit als Ideal... Unsinn... man kriegt mehr mit, muss aber auch mehr tragen können.
Wenn Du erst bemerkst dass Du zu offen warst und nun hasst, dann verschliesse Dich dem wieder. Ausser einer Vergiftung wirst Du keinen Nutzen daraus ziehen können.
Öffne Dich für das was Dir guttut. Verschliesse Dich dem, das Dir nicht guttut.
Es gibt viel Scheiße. Und es gibt diesen Witz, wo jemand in den Saloon kommt mit einem Häufchen Hundekacke auf der Hand und sagt: Guckt mal wo ich beinahe reingetreten wäre.
Wenn Du darüber lachen kannst, dann weisst Du auch, dass Du das nicht nachmachen musst...
Gruß
mipooh