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mipoohji:
Etwas Toleranz kann auch beim Scheißen nicht schaden...
Mich hat noch nie jemand schief angesehen und ich sitze sogar oft höher als die Mönche, weil ich auf einem Stuhl sitze. Meine Fußspitzen haben nie jemanden interessiert.
Es gibt da viele Eigenheiten, die ich nicht vollziehe, sondern nur beobachte. Zum Beispiel die eingezogenen Köpfe, wenn Menschen dort sich zwischen den anderen bewegen. Oder das rutschen auf Knien bei manchen Handlungen.
Ich würde solche Dinge nicht tun können oder wollen, aber ich muss das auch nicht.
mipoohji:
"Mein Empfinden was da so rüber kommt ist das das Wat ein "Raum" ist in dem Buddhismus gelebt wird."
So ungefähr, wobei ich den eben auch noch in kleinen Alltagssituationen erlebe, wo Angkor Heuchelei zu sehen angibt.
Die Erinnerung an Kirche kann ich nicht ganz nachvollziehen. Vielleicht ist es zu lange her oder es war zu selten. In Wats findet viel mehr Leben statt als in meinen Erinnerungen an Kirche.
(Hände eincremen, Blutdruck messen, schwätzen, essen, sonstiges Nichtrituelles kann ich mir in einer Kirche oder in einem Zen-Dojo weniger vorstellen, obwohl ich schon denke, dass es da in der Unbefangenheit die ich erlebe ebenso hingehören würde.)
mipoohji:
Da ist er schon, der Morgen und der Gruß trifft mich bei der Übelegung an, den zweiten Cappuccino aufzubrühen.
Ich sinne gerade "meinem" Thailand nach, welches in in Kürze wohl wiedersehen werde. Für mich eine Art Heimat, in der ich nicht leben mag, weil es auch Orte ausserhalb von Wats gibt und mir dort zu wenig übrigbleibt bzw zuviel von dem, was ich hier als fast normal empfinde.
Die thailändische Gesellschaft - in ihrem Alltag - habe ich nicht gerade als anheimelnd erlebt.
Da war es für mich oft genau umgekehrt zu dem was ich als Teil meines Erlebens im Wat beschrieb.
Mir fällt gerade eine Situation ein, völlig unabhängig vom Thema:
Eines Tage hörte ich von meinem Schreibtisch aus Flötenmusik, die mich "magisch nach draußen zog". Ich ging den Klängen nach und entfernte mich so wenige hundert Meter von meinem Haus ohne die Richtung entdecken zu können aus der die Klänge kamen. Im Lauschen blieb ich auf staubiger Straße stehen während mich ein Gefühl erfasste, als sei ich seit Urzeiten hier, genau an diesem Ort.
Wie ich später erfuhr, tönte diese Musik wohl von einem Haus weit entfernt herüber, in dem eine thaitypische "Trauerfeier" stattfand. Eine mehrtägige Versammlung anlässlich eines Todesfalls. Es werden dort Riesen-Lautsprecheranlagen aufgestellt, die von ihrer Größe gut auf ein großes Rockkonzert passen würden, es wird viel getrunken (Alkohol), Karten gespielt, gegessen und geschwatzt.
Die Leere, die nicht leer ist, was immer das bedeuten mag...
mipoohji:
Habe ich nie gesehen...
Ich hatte solche Fragestellungen nach dem Beisammensein im Wat nicht hier hereingebracht, wohl um damit nicht zu überfordern.
Denn natürlich ist das schon für Nie-dort-gewesene ein schwieriges Unterthema.
Auf dem Rückweg vom Wat erinnerte ich mich, dass in einem Wat, ob hier oder in TH, keine Unterschiede wertender Art zwischen den Menschen zu betehen scheinen. Ich habe da des öfteren Frauen gesehen, deren Lebensweise schon durch über den Jeans ragende Teile eines String-Tanga zu erahnen gewesen wäre. Respektlosen Umgang habe ich deswegen dort nicht wahrnehmen können. Eher eine seltsame Vermischung von Menschen unterschiedlichster Lebensweise, die sich, jeder auf seine Art und doch in den Handlungsweisen irgendwie konform, anfühlten wie eine Horde unschuldiger Kinder.
An solchen Orten vergesse ich, dass es Begriffe wie Heuchelei überhaupt gibt. Zuviel gelebte Demut umgibt mich da.
So sind meine Erfahrungen mit mir. Vom thailändischen Buddhismus verstehe ich nichts, wie ich ja schon erzählt habe. Er scheint mich aber doch tiefer berührt zu haben als ich bisher wusste. Da muss ich mich doch glatt nochmal für die herausragenden String-Tangas und ihre Bedeutungslosigkeit bedanken, wo auch immer...
Ist schon interessant, wie gleichgültig einem Kategorien werden können, wenn man Menschen beim Leben zusieht...
mipoohji:
"Du Dir nicht vorstellen kannst, wie man liebevoll und achtsam mit Freudenmädchen verkehrt"
Eben genau das kann ich mir vorstellen, nur konntest Du es mir nicht darstellen.
Die Absolution von der die Rede war, war nicht eine, die ich oder jemand Dir geben würde. Es war eine, die Du selbst Dir unverdient gibst. Wenn Du das was Du darstellst, für Dein ursprüngliches Gesicht hältst, dann tut mir das leid für Dich.
Das was im Zen so genannt wurde ist es nicht.
Über TH bist Du sehr schlecht informiert. Die Thai sind weniger knauserig, wenn es um Sanuk geht. Die zahlen locker und lachend ein mehrfaches. (Nicht die Bauarbeiter, die haben das gar nicht.)
Was mir an Deiner Technik auffällt, ich vermisse da eine zweite beteiligte Person. Du sicher auch...
Immer wieder argumentierst Du mit Ungerechtigkeiten, beschönigst damit aber nicht Deine eigene. Auch dann nicht wenn Du das glaubst.
mipoohji:
Gesicht ist nicht etwa das von der Natur gegebene. Das zu wahren, dafür müsste man gar nichts tun, es ist einfach da. Auch in TH oder sonstigen asiatischen Ländern.
Gesicht ist immer eine Vorstellung, was hip, cool, angesagt sei und sie ist immer falsch...
Angkor hat eben diesbezüglich seine besonderen Vorstellungen und zu denen gehört es, sich in seinem Verhalten auch noch darzustellen.
Es steckt zwar auch ein Stück Ehrlichkeit darin, aber keine Sorge, sie kommt nicht ungefärbt, sie soll nur entwaffnen.
Am Ende steht da dann doch der Denunziant, der nur deshalb ist wie er ist, weil das Leben es von ihm einforderte.
Auf solchen Quatsch muss man nicht wirklich reinfallen.
Übrigens, ja es gibt auch diese Dinge, die Angkor ansprach. Nur sind sie nicht repräsentativ. Ausser für die bornierten Westler, die zum Billigbumsen dahinkommen. Die glauben das gerne, denn so haben sie ihre Absolution. Die sie gar nicht bräuchten wären sie etwas ehrlicher...
Gruß
mipooh
(der auch diese Menschen kennt, denn die waren auch immer vor Ort)
mipoohji:
"Der Weg ist einfach, doch ohne Wahl"
fiel mir spontan dazu ein.
Falls Du meine Bemerkungen für moralisieren hältst, dann verstehst Du vielleicht wirklich nicht. Macht nichts, ich habe nicht das Recht darauf verstanden zu werden.
mipoohji:
Unter Ikkyu kennen wir hier weithin einen Schweizer, Thomas. Den meinst Du aber sicher nicht.
Problematischer als Fehler/Schwächen zu haben ist es, sie als Stärken zu verkaufen oder zu versuchen, sie durch die Schwächen anderer zu relativieren oder zu rechtfertigen.
Es geht mir nicht um eine Beurteilung Deiner Sexualität oder Deiner emotionalen Defizite. Für sowas habe ich immer Verständnis.
Mich ärgert die Art der Rechtfertigung, bei der die "Mittäter" grundsätzlich schlecht wegkommen (auch wenn es sich um Opfer handeln sollte, die Du vorsichtshalber mal gar nicht erwähnst).
Du versuchst zwar jetzt etwas Boden gutzumachen, kannst aber Deine Einstellungen dann doch nicht mehr verbergen.
Sie werden Dir nicht erzählen, was tatsächlich in ihnen vorgeht, denn sie werden fühlen, dass sie Dir besser nicht vertrauen. Ich habe 18 Monate unter ihnen gelebt und war daher mit ihnen vertraut genug, einige ihrer Lebensgeschichten zu erfahren. Zumal ich in einer Beziehung war und von daher als Geschäfts- oder Lebenspartner nicht in Frage kam.
Aber was soll´s, ich glaube kaum, dass Du fähig bist, sie zu sehen wie sie wirklich sind. Dazu bist Du zu sehr bemüht Dein Gesicht zu wahren...
mipoohji:
Jemand, der meint für Sex bezahlen zu können, zeigt mir nur seine emotionalen Defizite (nicht dass man die nicht haben dürfte, aber sie sind was sie sind). Statt eines Gewissens einen Taschenrechner zu benutzen und sich mit den üblichen "Argumenten" vor sich selbst zu rechtfertigen, ist auch nicht gerade der Hit...
Klar, dass die Damen verlegen lächeln... sollen sie Dir sagen, wie respektlos und unsensibel Du bist? Dann würden sie Dir aus ihrer Sicht etwas schlimmes antun, denn Du würdest Gesicht verlieren. Das werden sie nicht tun.
Behalte Deine perversen Ideen bitte lieber für Dich bzw schreib die unter Gleichgesinnten, zB im Farang. Dort wirst Du schon auch Applaus für Deine Kolonialistenmentalität bekommen.
Mich ärgert sowas nur, denn Du machst Menschen schlecht, die das in der Regel nicht verdient haben.
Kann sein, dass Du auch in TH Menschen finden kannst, die emotional und mental genau zu Dir passen. Alle kenne ich ja nun nicht. Und da will ich Dir dann zugestehen, dass Du Deinesgleichen dort finden wirst. Mir begegnen solche Monster nicht.
Damit können wir hoffentlich das Thema beenden.
Gruß
mipooh
(der auch gern wieder runterkommt, solange ihn solche Deppen nicht auf die Palme bringen)
mipoohji:
Wieso steht in Deiner Frage das Wort "auch"?
Es gibt dem Satz eine Bedeutung, die ihn mir unverständlich macht, denn es kann zunächst für mich zweierlei bedeuten:
-Du selbst kennst es nur vom Hörensagen und fragst Dich, ob ich wohl mehr darüber weiss als Du
-Du vermutest, dass ich die Verhältnisse in Thailand nur vom Hörensagen kenne und fragst Dich, ob ich die deutschen Verhältnisse wohl auch nur vom Hörensagen kenne
Beide Fragestellungen wären überflüssig, wenn Du davon ausgehen würdest, dass ich über Dinge rede die ich kenne. Und soweit könntest Du mich wiederum kennen...
mipoohji:
Der Begriff Prostitution ist schon auf sexuelle Handlungen gegen Bezahlung reduziert. Es soll ja so etwas auch in Thailand geben, darüber weiss ich allerdings nicht viel ausser dass es Shorttime heissen soll.
Unwürdiges Verhalten hier bei uns nennt man bis auf Sex im Viertelstundentakt gegen Geld nicht so, auch wenn es oft unwürdiger ist als Prostitution.
Man nennt es auch nicht Sklaverei, obwohl es viele Elemente davon enthält.
Man nennt das die Bedingungen der freien Marktwirtschaft oder den Part, den Du ansprichst, nennt man Arbeitsmarkt. Dass diese Bedingungen oft sehr viele Elemente der Sklaverei (mehr noch als Elemente der Prostitution) beinhaltet stört nicht viele wirklich, zumindest dann nicht wenn es vorwiegend andere betrifft und man seine eigene Betroffenheit mit Konsum kaschieren kann.
Den Menschen geht es so ähnlich wie Dir mit dem Begriff "Leiden"... solange man noch einigermaßen verdrängen kann (meist durch sinnlosen Konsum), tut man eben so als sei man auf der Gewinnerseite.
mipoohji:
Ein bischen Unfug brauchst Du halt... vielleicht findest Du Dich so ja witzig.
Solange Du nicht einmal den ersten Satz des Buddhismus bzw der vier edlen Wahrheiten verarbeitet hast, ist Deine Grundlage des Denkens irgendetwas, ausser Buddhismus.
Ich leide (was eben gar nicht bedeuten muss, dass man den Tod herbeisehnt oder herumjammert) und Du leidest (mindestens Du und ich wissen das).
Es leidet auch niemand unter Unwissenheit, möglicherweise aber wegen Unwissenheit, aber das wird Dir zu hoch sein...
Bist halt eine simple Seele, die sich auf kompliziert versucht...
mipoohji:
Von Prostitution zu sprechen, nur weil u.a. auch Geld den Besitzer wechselt oder eine Versorgungssituation entsteht, ist völlig lächerlich in Anbetracht meiner Erlebnisse mit Thaifrauen.
Unter Prostitution verstehen wir hier im Westen etwas völlig anderes als das was dort geschieht.
Am meisten tut man mit diesem Begriff den vielen Frauen dort unrecht, die aus verschiedenen Gründen, meist auch dem einer materiellen Versorgung, sexuell risikobereiter erscheinen als das bei uns denkbar wäre. Die meisten, die ich kennengelernt habe, waren auf der Suche nach einem Ehepartner und haben sich oft genug die Augen ausgeheult bevor sie vielleicht auch selbst mal jemanden ausgenutzt haben. Und viele haben das auch nie getan.
Der Schein trügt oft. Ich habe viele freundschaftlich gekannt und weiss von etlichen, was sie dahingebracht hat. Sie haben meinen Respekt und ich messe sie nicht daran wie sie ihre Sexualität leben.
Eine einzige habe ich kennengelernt, bei der ich den Eindruck hatte, sie käme dem nah was wir hier unter Prostituierte verstehen. Und selbst bei der war ich mir da nicht sicher...
Sexuell verklemmte Moralisten sind kaum dazu geeignet, diesen Teil der Welt zu beurteilen. Man muss sich schon die Zeit nehmen, diese Menschen kennenzulernen. Nichts für Schwarzweissmaler.
mipoohji:
"Der thailändische Buddhismus ist schwach. Beten in der Bar, und fünf Minuten später den Farang (Langnase, Ausländer) übern Tisch ziehen. Das ist viel schlimmer als hier, wo die Leute einfach nicht in die Kirche gehen oder keine Steuern zahlen. Die Heuchelei ist enorm."
Du wirst Dich hoffentlich nicht darüber wundern, dass ich Dir widerspreche.
Ich finde es enorm stark, wenn eine junge Frau, von der jeder Zusehende weiss, dass sie käuflich ist, in aller Öffentlichkeit ihre Religiosität offen lebt. Wer fühlen kann wird in den meisten Fällen berührt sein und wissen, dass das echt ist was da passiert.
Einen Falang über den Tisch ziehen... habe ich nie gesehen, dass das möglich sei. Du hast kürzlich lächerliche Preise genannt, mit denen die Mädels von Falang zur Benutzung überredet werden. Wer da wen über den Tisch zieht, darüber können wir uns, voraussichtlich kontrovers, fast ein Leben lang unterhalten.
Ich stehe auf der Seite der Mädels.
Heuchelei kenne ich eigentlich eher von Falang.
mipoohji:
Wo kommt die Einsicht auf einmal her? Leiden? Dieses Wort von Dir?
Ist ja wurscht wo sie herkommt, und es hat nun mit fast 3 Jahren auch lange genug gedauert.
Mich hat noch nie jemand schief angesehen und ich sitze sogar oft höher als die Mönche, weil ich auf einem Stuhl sitze. Meine Fußspitzen haben nie jemanden interessiert.
Es gibt da viele Eigenheiten, die ich nicht vollziehe, sondern nur beobachte. Zum Beispiel die eingezogenen Köpfe, wenn Menschen dort sich zwischen den anderen bewegen. Oder das rutschen auf Knien bei manchen Handlungen.
Ich würde solche Dinge nicht tun können oder wollen, aber ich muss das auch nicht.
Gruß
mipooh