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die Inspiration erwarte ich nicht von aussen, nicht einmal eine Ermutigung oder Bestätigung. Es gibt ausser Zazen kaum sinnloseres als Musik zu machen. Kaum ist sie verklungen ist sie unwiederbringlich verloren, oder schlichter gesagt, Teil einer nicht-mehr-Existenz.
Ich denke, dies ist ein Aspekt, warum ich Musik so mag, sie ist flüchtig wie der Augenblick. Und doch kann ich während ich Musik mache, einen Grad an Harmonie erzeugen, der betörend ist wie ein Samadhi.
Mein Klavier ist übrigens zeitgemäß digital, wiegt also nicht gar so viel und den Deckel zu schliessen lohnt irgendwie nicht.
Mir sind Töne vielleicht das, was Dir Worte sind oder anderen Menschen Farben. Ich denke da hat jeder seine eigene Version Harmonien zu erzeugen. Ich bin zB froh, dass ich nicht malen muss. Ich würde schon beim Versuch schier verzweifeln.
Unbrauchbar für andere Menschen? Wie soll das gehen? Auch da für mich die Fragestellung aus der Musik heraus... die Harmonien sind nunmal erzeugt und sie klingen nach, selbst in der Stille. Damit etwas anfangen, so völlig pragmatisch gesehen wie das Festziehen einer Schraube, mag man nicht können. Aber die Sehnsucht nach Harmonie ist berührt und nur das zählt.
Wir Menschen nennen das auch Fühlen... sinnlos aus der Sicht der einen, sinngebend aus der Sicht der anderen...
Ach nochwas, viel mehr als Klavier spiele ich Gitarre. Wenn Jimi auch längst tot ist, sein Gefühl habe ich noch nicht vollständig ergründet. Es bleibt faszinierend... irgendwann mittendrin wird es mich erwischen und von mir bleibt nur ein Akkord übrig...
mit dem Krieg verbindet mich fast nichts. Meine Familie hat einige Mitglieder verloren, teils als Soldaten, teils als zivile Opfer. Meine Eltern haben gelegentlich davon erzählt. Mein Vater, der immer alles Schwere seines Lebens mit einer Leidenschaft verherrlicht hat, dass einem schwindlig werden konnte, hat insgesamt noch weniger erzählt als meine Mutter.
Als Jugendlicher habe ich ihm mal vorgeworfen Soldat gewesen zu sein, was ihn wohl tief getroffen haben muss, er wurde richtig wütend.
Nungut, er wird nicht wirklich schlimm gewesen sein, dazu war er mir doch meistens zu harmlos. Insgesamt haben sie wohl weit mehr selbst gelitten als Falsches zu tun.
Ich habe mich irgendwann entschieden, sie aus ihrer persönlichen historischen Situation nachsichtig zu betrachten. Von daher spielte der Krieg für mich nicht wirklich eine große Rolle.
Ich sitze auch gern herum und sehe dem Leben zu, so wie zB vorhin im Garten, wo ich erstmalig eine Blüte der Kapuzinerkresse gegessen habe. Meine Frau war entsetzt, dass ich diese schöne Blüte aß, wogegen ich mehr daran dachte wieviel Schönheit ich mir nun einverleibe...
Brauche ich mehr? Ich brauche so vieles..., weniger den Kaffee... im Moment brauche ich Harmonien, hab mir ein Klavier zugelegt und bin seit einigen Tagen wieder musikalisch aktiv. Darüber wundere ich mich, denn ich hatte die letzten zwei Jahre kein Instrument angerührt.
Manchmal möchte ich mich ganz in mein Inneres zurückziehen, um mal wieder etwas deutlicher bei mir allein zu sein. Dann praktiziere ich auch sowas wie Zazen. Ich bin da wenig festgelegt, aber habe sozusagen "meine Grundübung". Und dafür gibt es Zeiten, ähnlich wie bei der Musik, in denen ich "aus heiterem Himmel" täglich praktiziere und dann wieder gar nicht. Völlig unbestimmt, es entwickelt sich aus meinem Leben heraus und ich kann nichtmal sagen, dass ich das irgendworan festmachen kann. Früher gab es mal Zeiten, in denen es äußerlich Schwierigkeiten gab und ich habe merkwürdigerweise immer vorher regelmäßige Meditation begonnen. Als hätte ich geahnt, besonders viel Stabilität zu brauchen...
Aber solches kommt schon länger nicht vor.
Insgesamt brauche ich auch nicht viel. Ich lebe recht bescheiden, finde ich. Glimmer und Glitter reizen mich nicht. Gesunde Atemluft hingegen finde ich oft nahezu erotisch...
Mir hat Deine Beschreibung Deiner Umgebung gut gefallen, im Stil erinnerte sie mich an Hermann Hesse. Ich bin da viel nüchterner... zumindest nehme ich mich so wahr...
mipoohji:
Es war scherzhaft auf Helmut gemünzt, der selbstverständlich berührbar ist.
Unberührbare werden von anderen dazu erklärt, für unantastbar erklärt man sich meist selbst.
Das eine ist die Fähigkeit, Distanz zu halten wo es nötig ist.
Das andere ist das Schicksal, auf Distanz gehalten zu werden, was in der Tat erschreckend sein kann.
Es sind aber nicht die sogenannten Unberührbaren selbst, die den Schrecken auslösen, sondern die Menschen, die sie dazu erklären.
Wenn Dir dort ein Schrecken bewusst geworden ist, dann beruhige Dich. Du musst nicht so grausam sein, jemanden für verloren zu halten. Es steht Dir frei, jeden zu retten oder zumindest darauf zu vertrauen, dass jemand dies tun kann oder dass er sich selbst retten wird. So ist mE die Natur des Menschen korrekt beschrieben.
Diese "ewige Verdammnis", die wir als Drohung in unserem Kulturkreis kennen und die sich als Darwinismus oder Kapitalismus in anderer als religiöser Form zeigt oder einfach in Arroganz, ist ein Hirngespinst kranker Menschen und somit heilbar...
Jede Sorge ist überflüssig, mit ein wenig Nachdenken kann jeder verstehen, dass wir gut aufgehoben sind. Ohne Nachdenken noch besser...
Erfahre einfach in Zazen oder wie immer Du es zulassen kannst, dass bereits alles in Ordnung ist und diese Furcht ist nicht mehr wert als die Preise des nächsten Pizzabäckers zu kennen.
Lieben Gruß ans zarte Seelchen
mipooh
(laß Dich nicht verwirren)
mipoohji:
Solange der Unantastbare nicht unberührbar ist... gibt es kein Problem...
Diese Egogeschichten haben einen winzigen Haken, sie führen zu Bewertung und gerade die ist da nicht gefragt. Machen jedes Ego unbrauchbar...
mipoohji:
"Was ist fuer dich das Ziel/ der Sinn deines Lebens-Daseins?"
Ein sinnvolles Ziel kann ich nicht entdecken, allerdings ist das Leben derart sinnerfüllt, dass ich auch keines vermisse. Auf Zweckdenken geprägt (wie wohl fast alle Menschen zumindest im westlichen Kulturkreis) habe ich zwar auch immer wieder Ansätze gefunden, mich von Idealen anziehen und verführen zu lassen, kann dem aber im Nachdenken nicht mehr abgewinnen als einer Beschäftigungstherapie in einem psychiatrischen Krankenhaus oder einem Beamtendasein im Finanzamt...
"Wonach strebst du?"
Wenn in diesem Zusammenhang überhaupt, dann nach Erfüllung. Das Leben zu genießen scheint mir angenehmer als es nicht zu tun. Aber auch ich bin kein autonomes Wesen und so habe ich natürlich Kontakt zu allen möglichen (eher unmöglichen) Sehnsüchten. Sie sind zwar mehr lästig als inspirierend...
"Wie strebst du?"
Bis auf wenige Phasen, in denen ich mich bemühe im Jetzt zu sein eigentlich gar nicht. Und auch die scheinen mir mehr Resultat als Ursprung...
"Moechtest du etwas erreichen, wenn ja was?"
Konkret natürlich immer wieder. Es gibt ein paar grundlegende Leidenschaften für mich. Eine davon ist Musik. Ich würde gern meine Instrumente wirklich spielen können. Oder rein körperlich würde ich gern, mehr als ich das kann, Dinge tun können, die ich für angemessener halte als das was ich lebe. Dem arbeitet die Natur (nach der Kultur, die weit mehr verbockt hat als gut ist) allerdings ziemlich kräftig entgegen...
"Wie moechtest du leben?"
Fast so wie ich es tue. Ein paar Dinge lassen sich schwer verwirklichen, weil man dafür mit und gegen Mammon arbeiten/kämpfen muss. Mehr Community wäre meinerseits schon drin. Als Kind einer großen Familie kann ich das eigentlich ganz gut. Da steht aber ziemlich viel im Weg, vor allem in den Köpfen der Mitmenschen. Ist kein Problem, limitiert aber etwas.
"Oder ist alles ok wie es ist? Wie ist es denn?"
Ja, es ist ok, zumindest mehr als so gemeckert wird. Wie es denn ist? Eben ok... Mein Part ist ja weitgehend möglich und da ist genug Schönes und Genießbares.
mipoohji:
Die Meßbarkeit der Wirkung von Meditation auf den Körper ist etwa vergleichbar mit "im Ozean mit einem Zollstock herumzulaufen".
Natürlich kann man da etwas messen... natürlich sagt das auch irgendwem irgendwas... es bleibt jedoch vage und unscharf.
Das ist aber nicht dasselbe wie die Behauptungen von Reiner. Er sagt aus, dass er ganz konkrete chemische Reaktionen hervorruft, die eine einzige konkrete Wirkung im Körper nachprüfbar hervorrufen.
Und das ist einfach nur Unsinn.
Er kann die chemischen Elemente nicht benennen, nicht den genauen Wirkmechanismus, er behauptet gern ungeheure Dinge...
Mit den Namen ist es ähnlich... er heisst nämlich gar nicht Thailand... nur so Marotten eines "xxx" (hier darf R das einsetzen was er als tiefste Beleidigung gern da sehen würde).
mipoohji:
Meintest Du die Fähigkeit mangels Verständnis und/oder Argumentation ins Pseudonirvana zu entschwinden, den Raum des "ich weiss nichts, macht nichts, ich erzähle es trotzdem mal"...
Nur dass der eine Vogel von oben kackt und der andere Fisch von unten hochlinst... oder der eine sich im Westen herumtreibt wogegen der andere im Osten sein Unwesen in den Westen schwappen lässt...
Geh schlafen, Helmut, der neue Tag kommt schon bald...
mipoohji:
"die ewige ruhe kommt ,die muß man nicht trainieren."
Eine etwas schwachsinnige Vorstellung, denn da fehlt dann auch derjenige, der sie genießen könnte.
Der ist dann nämlich tot.
Wer hat Dir eigentlich das Märchen erzählt, dass jemand sein Gehirn abschalten will? Muss sehr beeindruckend gewesen sein, denn ich meine, es wurde Dir nun schon zigmal gesagt, dass das gar niemand will.
"keine bemerkung notwendig."
Tatsächlich nicht...
Gruß
mipooh
(der immer wieder staunt, wie Du Dich doch immer noch verschlechtern kannst)
mipoohji:
Das ist oft der Nachteil des geschriebenen Worts, dass es im eigenen Horizont interpretiert wird.
Hättest Du mich das aussprechen hören, wäre Wurscht ohne jeden negativen Klang gewesen.... und hätte lediglich Aufmerksamkeit erzeugt...
mipoohji:
Neenee, das gäbe einen Kurzschluß.
Unsui ist auf seine ganz eigene Art verrückt und Reiner versucht immer mal über eine Zustimmung zu einem Einzelnen sowas wie Koalitionen vorzutäuschen.
Es entstehen dadurch so hübschhäßliche "wir"s und "die"s in denen jeder unaufmerksame Leser sich unbewusst automatisch zuordnen müsste, entweder hier oder dort.
mipoohji:
Ich sah gestern einen interessanten Film im Fernsehen.
Ein enorm angepaßter, sehr zwanghafter Mann bekam eine Fehldiagnose und meinte nun nur noch 3 Monate leben zu "müssen" (dürfen). Im selben Moment änderte sich sein zwanghaftes Leben völlig, er traute sich sogar in die Lüfte (Ballonfahrt) und kletterte auf einem Dach herum. Fast abstürzend, gerade noch an einer Fernsehantenne sich rettend bekam er einen Anruf auf dem Handy, sprach kurz cool mit jemandem und kletterte dann wieder auf seinen Dachgarten. usw...
Später, im Flugzeug, informierte ihn seine Ärztin (die inzwischen seine Freundin war) über die Verwechslung (Grund der Fehldiagnose) und es dauerte nur Sekunden, bis dieser Mann in seine alten Verhaltensmuster zurückgekehrt war.
So amüsant das dargestellt war, so sehr habe ich mich (und viele) wiedererkannt...
Ein Stück der Selbstironie schwang noch in mir, als ich feststellte, dass jemand der in Illusionen gefangen ist (subjektiv), dann objektiv wohl als frei betrachtet werden muss...
Gruß
mipooh
(der tatsächlich "gerade" gut drauf ist, bei all seiner Krankheit und dem körperlich schlechten Zustand eine positive Zeit hat. Ich über gerade an "Castles made of sand" von Jimi...)
zB http://www.youtube.com/watch%3Fv=M56QwDjE6PQ
die Inspiration erwarte ich nicht von aussen, nicht einmal eine Ermutigung oder Bestätigung. Es gibt ausser Zazen kaum sinnloseres als Musik zu machen. Kaum ist sie verklungen ist sie unwiederbringlich verloren, oder schlichter gesagt, Teil einer nicht-mehr-Existenz.
Ich denke, dies ist ein Aspekt, warum ich Musik so mag, sie ist flüchtig wie der Augenblick. Und doch kann ich während ich Musik mache, einen Grad an Harmonie erzeugen, der betörend ist wie ein Samadhi.
Mein Klavier ist übrigens zeitgemäß digital, wiegt also nicht gar so viel und den Deckel zu schliessen lohnt irgendwie nicht.
Mir sind Töne vielleicht das, was Dir Worte sind oder anderen Menschen Farben. Ich denke da hat jeder seine eigene Version Harmonien zu erzeugen. Ich bin zB froh, dass ich nicht malen muss. Ich würde schon beim Versuch schier verzweifeln.
Unbrauchbar für andere Menschen? Wie soll das gehen? Auch da für mich die Fragestellung aus der Musik heraus... die Harmonien sind nunmal erzeugt und sie klingen nach, selbst in der Stille. Damit etwas anfangen, so völlig pragmatisch gesehen wie das Festziehen einer Schraube, mag man nicht können. Aber die Sehnsucht nach Harmonie ist berührt und nur das zählt.
Wir Menschen nennen das auch Fühlen... sinnlos aus der Sicht der einen, sinngebend aus der Sicht der anderen...
Ach nochwas, viel mehr als Klavier spiele ich Gitarre. Wenn Jimi auch längst tot ist, sein Gefühl habe ich noch nicht vollständig ergründet. Es bleibt faszinierend... irgendwann mittendrin wird es mich erwischen und von mir bleibt nur ein Akkord übrig...
Das muss man nicht nachvollziehen...
Gruß
mipooh