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mipoohji:
Ich habe Angst vor dem Wahnsinn von Menschen.
Denn er bestimmt ihr Handeln ebenso wie Erkenntnis.
Ein eigener Stolz war für mich nie ein echtes Thema. Vermutlich ist mir der von klugen Eltern gar nicht erst vermittelt worden. Stattdessen eine Form von Freude am Erkennen. Und dann war da noch Oma, die mir erzählte, dass Dummheit und Stolz auf demselben Grund entstehen.
Die Freude am Erkennen bleibt auch im Zazen erhalten, denn Erkennen verschwindet nicht einfach, nur weil man nicht auf die Idee kommt, Besitzer des Erkannten zu sein. Für manchen, der zunächst vielleicht zunächst mit Besitzerstolz erlebt, wird dieser wohl beim Zazen irgendwann der Freude am Erkennen weichen.
Unterdessen wächst Gleichmut und auch Sinn, während auf logische Schlußfolgerungen während des Zazen verzichtet wird. Das dient der Erkenntnis an Stellen, wo Leben mal zunächst nicht logisch erscheint.
Für Liebe gibt es keinen logischen Grund, auch nicht für Glück oder Freude. Sie sind einfach da, sind bereits Grund ohne einen zu haben.
Für ein fühlendes Wesen ist Gleichmut eine gute Voraussetzung, unter der Vertrauen entstehen kann. Aus diesem kann Liebe werden, die Freude nach sich zieht. Klingt vielleicht logisch, braucht aber keine Logik.
Da ist kein Ergebnis auf das man stolz sein müsste, er würde sogar das Gegenteil bewirken, nämlich sich abzugrenzen gegenüber anderen, weil man ja der bessere ist, derjenige, der sich in Stolz über andere erhebt. Tödlich für Gleichmut, Vertrauen, Liebe und Freude.
Deshalb ist Zazen so völlig anders als die Irrlehre von "Zen in der Anwendung" wie Du sie fälschlicherweise nennst. Das eine hat ein Ergebnis, auf das niemand stolz sein muss, denn es war von vornherein jedem möglich. Das andere ist eine Besonderheit, auf die man stolz sein kann und dabei sich abgrenzt und dann den Preis zahlt, den Isolation eben kostet.
mipoohji:
Das liest sich, als setztest Du Wahrheit und Wirklichkeit gleich. Das macht aber keinen Sinn.
Leite einfach mal beide Begriffe aus dem Wortstamm ab, dann siehst Du den Unterschied.
mipoohji:
"Jeder Mann und jede Frau, jedes Kind ist hat die Wahrheit und Wirklichkeit in vollem Umfang in allen Sinnen als Erkenntnis des Lebens empfangen."
mipoohji:
Du schmeisst mal wieder alles hübsch durcheinander.
Warum haben Wahrheit und wahrnehmen wohl das wahr gemeinsam? Warum wohl heisst Wahrnehmen nicht Wirknehmen wenn es die Wirklichkeit ist, was wahrgenommen wird...?
Was wir wahrnehmen ist schon wahr.
Die Wirklichkeit jedoch umfasst auch Dinge, die wir nicht wahrnehmen können, zB Frequenzen unter 20 Hz und über 16 000 Hz. Ultraviolett und infrarot und sowas...
Die Wahrheit können wir fassen, die Wirklichkeit oft nicht.
mipoohji:
Eine der großen Schwierigkeiten ist der Ebenenwechsel...
Ich könnte ebensogut sagen, wenn Zazen keine Früchte trägt, ist es kein Zazen mehr.
Es kommt lediglich darauf an, was ich als die Frucht betrachte. Ist es diese Haltung, in der ich gewahr bin ohne zu beurteilen, in der ich unbefangen geniesse, dann ist dies eine Frucht, für die es sich lohnte, die kleine Bemühung (zB des Sitzens) zu machen.
Verstehe ich darunter, dem Dasein eine Information zu entreissen, mit der ich dann hausieren gehen könnte, dann ist dies eine Frucht, die jedes Geniessen verbietet.
Zazen ist praktisch, es trägt Früchte, die nur der bekommen kann, der sie sich schenken lässt.
Sie einzufordern beendet Zazen.
Ich komme ins Schwätzen und riskiere damit ein neti, neti oder einen Leerbeitrag...
mipoohji:
Vielleicht mal wieder so eine der Übersetzungsschwächen (jetzt nicht Deine, sondern auf oft lange Überlieferung bezogen), dieses "Habe keine Meinung".
Stünde da, habe keine Vorurteile wäre leicht erkennbar worum es geht. Oft sind natürlich Meinungen auch gleichzeitig Vorurteile, und dann scheint es egal, welchen Begriff man nun verwendet.
Ohne Meinung wird man wohl selten sein. Das ist absolut kein Beinbruch, solange man sich dessen bewusst ist, dass diese sich mit jeder Zusatzinformation verändern wird.
Sei offen für Veränderungen wäre vielleicht eine heute verständlichere Forderung.
mipoohji:
Unzulässiger Paradigmenwechsel.
So-so sprach nicht von einer nächsten Ebene begrenzten Verstehens.
Nicht der eine Geist ist flüchtig. Egal an welcher Stelle Du eine Falle hineinstellst, sie wird ihn deswegen nicht einfangen können, weil er nicht begrenzt ist, also größer als die Falle.
Warum überhaupt Fallen stellen? Das ist ein Spiel der Zenkinder und dient dem Erwachen.
Vielleicht kennst Du die Geschichte, in der jemand einen Spiegel reinigen wollte und der andere sich hinsetzte um einen Ziegelstein zu polieren.
mipoohji:
Du hast die Pointe verpasst, aber das ist eben unser Schicksal, wenn wir ein Verbalmedium benutzen.
So-so sprach von einem begrenzten Verstehen und von einem darüberhinausgehen, was dann nicht mehr Verstehen heisst, sondern Schau.
Nun war meine Frage dazu: "Verstehst Du das?" gemeint und geeignet dazu, So-so eine "Falle" zu stellen. Hätte er ja geantwortet, hätte ich ihn auf das "Verstehen bis zur Nasenspitze" hinweisen können. Den Rest lasse ich mal offen...
Gruß
mipooh