Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung unserer Dienste erklärst du dich mit dem Einsatz von Cookies einverstanden. Weitere Informationen
mipoohji:
Als ich in TH lebte fiel mir auf, dass die Menschen dort nicht viel Wert darauf zu legen schienen, ob sie verstanden werden. Festgemacht habe ich das daran, dass ich Mißverständnisse feststellte, die den anderen gar nicht aufgefallen waren.
Es war für sie scheinbar völlig unwichtig, zumindest habe ich nicht erlebt, dass danach irgendwie geklärt worden wäre...
Also... ich käme damit nicht so leicht zurecht...
(Zum besseren Verständnis, die Thaisprache ist undifferenzierter als unsere, so fragte bspw. meine Frau nach einem Stuhl und es wurde uns ein Tisch gezeigt, weil der Begriff derselbe war und mißverstanden worden war. Da die Thaisprache keine rechte Grammatik hat und es auch keinerlei Zeitformen bei Verben gibt, ist eine Verständigung wohl sehr stark von Intuition abhängig. Eine Kommunikation steht und fällt also mit der gegenseitigen Aufmerksamkeit.)
mipoohji:
Ich gehe immer dann (nicht immer) darauf (inhaltlich) ein, wenn einer vorhanden zu sein scheint.
Das kommt vor.
Heute allerdings hatte ich eher den Eindruck ein Legasthenikerclub radebrecht miteinander... faszinierend die Frage, ob die sich wohl untereinander verständigen können...
mipoohji:
Just for fun... wird der Sache nicht ganz gerecht. Denn man kann sich darüber tatsächlich austauschen. Nur praktizieren wird man es nicht unbedingt im Austausch bzw kann das nicht jeder wirklich gut.
Man muss sich wegen des Sprechens oder Schreibens von ein paar Worten nicht zwangsläufig von der Zen-Haltung entfernen.
(fun dürfte also trotzdem mit drin sein... ;) )
mipoohji:
Von allen Propheten (ich nenne sie an dieser Stelle einfach mal so, man kann auch Lehrer sagen, manche nennen sie Religionsstifter) gibt es keine persönlichen Aufzeichnungen.
Niemand könnte ernsthaft behaupten, dass ein Prophet alles gewusst hätte. Das ist, wenn es so ähnlich gesagt wird/wurde, auf keinen Fall als Informationssammlung zu verstehen.
Das wovon R da spricht sind lediglich Gedanken und Gefühle, er kann nur mit diesen Begriffen nichts anfangen. Hinzu wären sie ihm nicht werbewirksam genug, also diese Geschichten mit einem erweiterten Bewusstsein. Reine Angeberei.
Warum nicht Deutschland? Weil er da längst vorm Kadi stünde...
mipoohji:
"Scheint" stand da völlig beabsichtigt.
Ich gehe davon aus, dass auch ich nur soviel mitkriege, wie mir meine Aufmerksamkeit ermöglicht. Das dürfte für andere nicht anders sein.
Irgendwie sind alle anders als andere...
solange da eine Einigung möglich ist, finde ich das völlig in Ordnung.
mipoohji:
Es ist ja nicht wirklich eine Diskussion...
eher ein grundlegendes Mißverständnis. Deshalb wirkt es auch solange es besteht...
Kennst Du doch sicher aus der Koanarbeit.
mipoohji:
"meine qual besteht für mich darin mit dem wissen über die unwissenheit meiner gegenüber klarzukommen."
Was wenn sie tatsächlich darin besteht, das Wissen Deiner Gegenüber nicht verstanden zu haben und lediglich zu glauben, dass es Unwissenheit sei?
Deswegen wohl auch dies:"das wissen das man nicht alles wissen kann ist zwar eine wahrheit aber muß nicht zwangsläufig zum wohlgefühl führen.
wenn es so ist könnte es eventuell auch nur als ersatz zum troste dienen."
Die Geringschätzung (nur als Ersatz zum Troste) Deiner eigenen Begrenztheit ist Ursache der Qual.
Nimm sie wertschätzend an und da ist nichts mehr was quält.
mipoohji:
Du solltest tatsächlich an Deiner Aufmerksamkeit arbeiten...
"Jederzeit wiederholbar" ist auf Deinem Mist gewachsen, und tatsächlich erschloß sich diese Möglichkeit zumindest während Meditation.
Meine Bewertung unterscheidet sich von Deiner. Ich fand es nicht sinnvoll, auch nur zu versuchen, diesen einen Aspekt von Bewusstsein auszubauen. Dazu hätte ich einen Teil meiner Erwartungshaltung verändern müssen, was wiederum zur Folge gehabt hätte, dass mir anderes entgangen wäre.
Für einen Kampfkünstler finde ich es schon eher verständlich, wenn dieser Aspekt eine große Rolle einnimmt. Da gibt es ja diese Geschichte vom Samurai, dessen Entwicklungsstand sich gerade daran zeigte, dass er intuitiv wusste, als ein Angreifer hinter der Tür verborgen war und nicht hineinging, sondern ihn herausrief.
Nur, ich war nie ein Kampfkünstler und habe meine Intuition und mein Einfühlungsvermögen dazu verwendet, potentiellen Angreifern (sowas gibt es ja leider im Leben) Harmlosigkeit zu vermitteln. Das ist zwar subtiler und wenig geeignet zur Demonstration, aber ich brauchte sowas auch nicht für mein Selbstwertgefühl. Von daher unterscheiden sich unsere persönlichen Wege schon ziemlich.
Was den Link von Helmut angeht, es scheint mir eine Sammlung verschiedenster Fragmente aus dem Hinduismus zu sein. Nichts darin ist wirklich neu, nichts davon ist wichtig genug, sich darauf zu stützen.
Ich kann tatsächlich vieles wahrnehmen, das anderen Menschen zu entgehen scheint. Mir ist das manchmal erstaunlich (nicht, dass ich es kann, sondern dass andere es nicht zu können scheinen). Aber ich nehme für mich nicht in Anspruch deswegen ungewöhnlich zu sein. Einfach, weil das nicht mein Ziel ist.
Es hilft mir oft in meinem Leben, einfühlsam zu sein und Intuitionen vertrauen zu können, und manchmal hilft es mir leider nicht so wie ich es mir gewünscht hätte. So habe ich zB gewusst, wenn meine damalige Frau unsere Ehe auf´s Spiel setzte, nur war es mir nicht möglich dies zu verhindern. Mir hat dies zweierlei gebracht. Kurzfristig gesehen die Erkenntnis, dass Freiheit des anderen nicht eingeschränkt ist und langfristiger (weil es mir nicht leicht fiel, das zu akzeptieren), dass ich nicht leiden muss, wenn ich mich nicht absolutistisch binde. Da ich gelernt hatte, den Wert ungebrochenen Vertrauens zu schätzen, war dies für mich tatsächlich enorm schwierig.
Der schwierigste Punkt daran war, tiefes Vertrauen zuzulassen in dem Wissen, dass ebenso tief die Verletzung werden kann, falls es gebrochen wird.
Da kann tatsächlich nur ein Erkennen des eigenen Wesens eine wirkliche Möglichkeit eröffnen. Von daher würde ich auch nicht behaupten wollen, dass die sich entwickelnden Möglichkeiten eine gern erworbene Ansammlung von guten Eigenschaften sei, die ich dann mir als Verdienst zuschreiben könnte.
So ist und war es einfach nicht, worauf könnte ich also stolz sein wollen?
Deshalb sehe ich auch den Buddha mit meinen Augen und in erster Linie als Weggefährten, nicht als Vorbild oder gar als vergöttlichtes und unerreichbares Sonderwesen. Auch er kam ähnlich wie ich aus einer scheinbar heilen Welt. Und auch ihm waren zunächst wichtige Tatsachen lediglich vorenthalten worden. Ich sehe ihn nicht als jemanden, der herausragen wollte um bewundert zu werden (etwas hinterlassen!), sondern als jemanden, der die unerträgliche Diskrepanz zwischen erkannter Realität und Vorstellungen überwinden musste um sich von einer sentimentalen Prägung zu lösen.
Du darfst das für Dich und aus Deinem Leben anders interpretieren. Was Du nicht darfst ist Deine Sicht dogmatisch gegen andere Sichtweisen abzugrenzen. Was daraus folgt siehst Du ja selbst und wenn Du möchtest, kannst Du da natürlich solange gegen die Wand rennen, bis Du einsiehst, dass sie existiert...
Es wird Dir nicht wirklich helfen, eine Wand zu beschimpfen oder als lächerlich darzustellen. Dein Bedürfnis wird immer bleiben, sie zu überwinden. Darum dieses ganze Affentheater...
das Du selbst mehr mit Dir selbst als mit anderen spielst.
Diese scheinbar unüberwindliche Wand existiert vorwiegend in Dir selbst und deshalb steht sie Dir im Wege. Im Zen nennt man sie die torlosen Schranken, durch die man zu gehen hat. Nicht, weil man anderen etwas beweisen möchte, sondern weil man erkennt, dass dieselben Hindernisse, die einen selbst von Harmonie trennen können, auch in anderen Menschen wirken.
Der Weg, egal in welcher Form oder Religion er praktiziert wird, ist immer ein Angebot an denjenigen, der ihn gehen möchte. Für mich ist also Zazen etwas, das mir helfen kann, nicht etwas, das ich anderen aufzwingen müsste, damit sie mir vorausgehen und ich mich auf ihrem Trampelpfad sicherer fühlen könnte.
Auch wenn ich sehen kann, dass jemand unglücklich ist, und wenn mich das unangenehm berührt, habe ich nicht das Recht oder auch nur die Möglichkeit, für ihn zu entscheiden. Diesem Fehler begegnen wir oft, dass Ansprüche gestellt werden, die unrealistisch sind. Du musst dies oder das erkennen, Du müsstest Dich eigentlich so oder so verhalten, statt einfach nur selbst den nächsten Schritt zu gehen.
Und ja, ich kann erkennen, wo der andere steht. In dem Maße wie ich hingucke ist da nichts geheimnisvoll. Ich gehe davon aus, dass dies für jeden so ist, auch für Dich.
Was sich an unserer Oberfläche abspielt, Rede und Gegenrede, sind nur Symptome. Dir wäre es wichtig, wenn alle Deine Sprache sprächen. Dabei sprechen sie oft sehr verständlich. Du bist es, der drauf beharrt, dass Meditation eine Bewusstseinserweiterung sei und auf der Erkenntnis mentaler Infos beruhe. Hörst Du dann, dass jemand dies anders sieht, flippst Du aus, lamentierst herum und verhinderst so jede sinnvolle Kommunikation.
Das darfst Du tun, selbstverantwortlich, und bringst Dich so selbst noch mehr ins Abseits, das Du schon vorher kaum ertragen konntest. Sinn macht es so nicht...
Man hat Dir übel mitgespielt, hat Dir einen Thron angeboten im Austausch mit der Fähigkeit Dich in andere hineinzuversetzen. Es war aber Deine Entscheidung dort zu sitzen. Und nur Du selbst kannst wieder auf den Teppich kommen.
Deine Selbstdarstellungen (von dem der alles hinter sich gelassen hat) sind fadenscheinig. Jeder, der ein wenig aufmerksam ist, wird leicht den realen Reiner sehen können. Ich kann verstehen, dass Dir das nicht passt. Du würdest gern das Bild vom Sensei aufrechterhalten obwohl Du diesen Titel zu Unrecht trägst. (Das ist übrigens der Grund, warum Du die "ernannten" Zenlehrer so heftig kritisierst.)
Es wird niemals wirklich gelingen können, weil es nicht real ist.
Werde doch was Du sein möchtest oder erkenne, dass Du es bist, völlig unabhängig von irgendeiner Zustimmung. Es ist kein Beweis nötig sobald Du weisst.
Wie immer Dir Meditation (als Begriff) begegnet ist, das Element des Loslassens hast Du mißverstanden. Versuch es einfach nochmal, es ist möglich.
mipoohji:
Man tut halt was man kann...
Bei uns hier giesst es heute morgen in Strömen, und das wo ich schon gestern keine Gelegenheit hatte, in den Garten zu gehen. So sind das Wetter und ich derzeit auch kein Dream-Team... und die Schnecken werden die Gelegenheit nutzen...
mipoohji:
"ich bin ein sogenannter sprachidiot weil ich schwierigkeiten haben sprachen zu erlernen und dazu stehe ich."
Indem Du Dir trotzdem zusammensabbelst, was nichtmal Du selbst verstehen würdest?
Wäre es nicht sinnvoller, es mit Dieter Nuhr zu halten? http://www.youtube.com/watch%3Fv=e5XddIdNCcc
Gruß
mipooh
(der es selbst etwas harmloser sagen würde aufgrund seiner Erziehung)
mipoohji:
Raumgreifend meinte ich relativ. Zu manchen Zeiten nimmt es scheinbar viel Raum ein. Aber nur, wenn solange gerade nichts anderes besprochen wird.
Insgesamt ist es jedoch nicht erschöpfend behandelt... ;)
(Wobei ich mir schon bewusst bin, wie erschöpft der eine oder andere zwischendurch sein mag...)
In meinem Leben ist R dann doch eher eine Art Randerscheinung...
Es war für sie scheinbar völlig unwichtig, zumindest habe ich nicht erlebt, dass danach irgendwie geklärt worden wäre...
Also... ich käme damit nicht so leicht zurecht...
(Zum besseren Verständnis, die Thaisprache ist undifferenzierter als unsere, so fragte bspw. meine Frau nach einem Stuhl und es wurde uns ein Tisch gezeigt, weil der Begriff derselbe war und mißverstanden worden war. Da die Thaisprache keine rechte Grammatik hat und es auch keinerlei Zeitformen bei Verben gibt, ist eine Verständigung wohl sehr stark von Intuition abhängig. Eine Kommunikation steht und fällt also mit der gegenseitigen Aufmerksamkeit.)
Gruß
mipooh