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mipoohji:
Mit diesem Dazwischenstehen ist nicht etwas von aussen gemeint. Es geht da mehr um Dinge die einem irgendwie untergebuttert worden sind und die man zunächst mal als zu sich gehörig betrachtet, also gar nicht als fremd oder störend wahrnimmt.
Oft, obwohl man gerade daran leidet. Aber man findet das normal...
Deswegen war es geradezu "revolutionär", als dann ein Zen-Meister, also ein Buddhist, der sicher ohne mit der Wimper zu zucken sich vor einer Buddhastatue verneigen kann, diesen Spruch prägte.
Der wollte ja nicht den Buddha verjagen sondern die falschen Vorstellungen mit denen da wohl welche rumliefen.
Hätt´ er vielleicht sagen sollen. Nur wusste der ja nicht, dass das heute noch jemand liest...
Im So-sein, ich unterstelle mal, dass ich es verstehe, löst sich das auf. Aber ich kenne das von mir, kaum lasse ich etwas nach in meiner Aufmerksamkeit, kommen alte Muster durchaus zur Wirkung.
Lernen dauert viele Wiederholungen von Erkennen.
Verinnerlichen noch ein paar mehr.
mipoohji:
In den alten Traditionen, aus Zeiten in denen körperliche Gewalt noch weit näher war als heute auf dem Fernsehbildschirm, da wurden diese Phrasen geprägt.
Gemeint ist, wenn (eine Vorstellung von) Gott (oder Buddha) zwischen Dir und Deiner Buddhaschaft steht, dann beseitige dieses Dazwischenstehen.
Im Grunde geht es um Vorstellungen, die man als nicht heilsam erkennt und das hat alles mit Leben und Sterben bzw Töten überhaupt nichts zu tun.
mipoohji:
Nun, ob Du frei bist oder nicht, mag ich nicht beurteilen. Aber ich weiss, dass manche Menschen meinen gegen Pickel Clearasil nehmen zu müssen, obwohl das wohl kaum mehr hilft als klares Wasser.
Vielen Menschen ist ihre eigene Vergänglichkeit etwa so vertraut wie der Umgang mit Marsmännchen. Auch die sind nicht frei. Sie merken es jedesmal wenn eine Veränderung geschieht die sie nicht mögen.
Ob nun dieses Zeitalter wirklich so anders ist als andere Zeitalter, da hab ich bedenken, wenn das jemand äussert. Weder war ich dabei noch der andere.
Sich zu fragen, "wo ICH bin" ist bereits eine ganz andere Situation als die der "Normalbürger", bei denen Freiheit sich darin erschöpft zwischen der A- und der B- oder C-Klasse zu wählen. (Die Übertreibung ist beabsichtigt)
mipoohji:
"Früher waren Bücher über Zen und Erklärungen dazu ( sei es im Anhang oder auf Youtube etc) nicht so frei zugänglich wie heute. "
Das ist ja nicht unbedingt ein Vorteil. Im Internet kann jeder seine eigene Verrücktheit als Zen anbieten, und wer es nicht merkt ist eben dann auf einem Holzweg.
mipoohji:
Weiss nicht ob es den überhaupt gab...
Aber der Job, Mensch zu sein an der Seite einer schönen Menschin, war frei und den hab ich dann genommen.
mipoohji:
"Ich glaube nicht, dass "nur" der Lehrer Entwicklungskompetenz mitbringen sollte "
Konnte man irgendwas, das ich sagte so verstehen?
Ich bemühe mich eigentlich genau das Gegenteil darzustellen. Das ist ja auch dann mein einziges Argument für einen Lehrer, nämlich dass man ihn nicht braucht. Er hat schliesslich nichts zu geben, ausser vielleicht der Gelegenheit zu erkennen, dass man alles bereits hat. Und das sollte er wirklich gut können.
Ich verbildliche mal ganz banal...
Schon beim Anblick erster Erotikbilder wurde mir klar, dass ich zur Sexualität fähig sein würde. Mit dem ersten sexuellen Erlebnis war das dann ganz sicher. Ich hätte es merkwürdig gefunden, anschliessend "keusch" zu leben, nur weil ich ja weiss, dass mein Potential im Grunde existiert...
Der Zwerg hatte das wirklich schön gesagt mit den Begegnungen. Wenn ich mir nun vorstelle zu sagen, ok, ich hatte bereits eine Begegnung in meinem Leben, daher brauche ich keine und das was ich will muss ich sowieso selber machen... darin käme ich mir etwas beschränkt vor.
Nehmen wir die gangbaren Wege... muss man die wirklich anlegen? Oder kann es sein, dass man sie einfach entdecken kann, weil sie bereits existieren?
Wenn also "nur" der Lehrer die Entwicklungskompetenz mitbringt, dann gehen die Leute ohne Schüler zu werden unbefriedigt wieder nach Hause. Passiert oft genug... und gern schreiben sie dann die mangende Kompetenz dem Lehrer zu.
mipoohji:
Das Glücksgefühl kannst Du nur dann sicher Erleuchtung nennen (besser aus Erleuchtung stammend), wenn Du es irgendwann einmal tief und restlos alle Zweifel aufhebend erlebt hast. Ansonsten bleibt es "nur" ein Glücksgefühl, das ebenso geht wie esw kommt.
Dein letzter Satz ist Quatsch, denn was wäre Zazen ohne höchste Aufmerksamkeit... Zazen IST höchste Aufmerksamkeit und wenn nicht, dann ist es Rumsitzen und Zeit totschlagen.
mipoohji:
Diese Entwicklungskompetenz wird ja nicht nur dem Lehrer zugeschrieben, das wäre etwas wenig.
Ein Lehrer weist darauf hin, dass der Schüler diese Kompetenz in sich selber findet.
Die größte Kompetenz des Meisters sehe ich darin, dass er der Schüler mit dem größten Anfängergeist ist. Anders ausgedrückt, dass er mehr Schüler ist als jeder Schüler.
Ich war verblüffter als bei dem besten Zauberer, der ganze Güterwaggons "verschwinden liess", als ich meinen Lehrer vor tausenden Menschen demütig erlebte. Erst dies ermöglichte mir zu verstehen was das (Demut) denn überhaupt sein soll und dass dazu gleichzeitig die größte Aufrichtigkeit gebraucht wird.
Es war währenddessen nicht die Rede von Demut und niemand hat sie je von mir gefordert. Nur... danach war sie mir leicht.
Wer wollte sehenden Auges auf solche Gelegenheiten verzichten?
Für mich ist es völlig müßig über die Notwendigkeit eines Lehrers zu diskutieren. Das tue ich höchstens mit mir selber, während mein Ego mich verleitet, alle möglichen Alternativen zu suchen (klar bin ich genauso bekloppt wie andere). Andere mag ich mit solchem Quatsch nicht belästigen, weiss ich doch wie schwer ich mich damit tue.
Nur kann ich meine Erfahrungen nicht verleugnen, nichtmal vor mir selber. Dabei schiesse ich mir nur ins Knie und gewinne ... nichts.
mipoohji:
Es gibt nun tatsächlich Menschen, die zu glauben scheinen, dass Selbstbewusstheit und Schülerdasein sich widersprächen...
Oder dass Vertrauen in einen anderen Menschen unfrei machen könnte...
Diese Religionsdiskussion hatte ich kürzlich im Offtopicbereich eines anderen Forums. Kurios, was für merkwürdige Glaubenssätze Menschen haben, wenn es um dieses Thema geht. Und für mich fast ein Witz, dass ausgerechnet an der Stelle der Glaube von Religionsgegnern tatsächlich dem Begriff entspricht, den sie sich selbst vom Glauben in einer Religion machen.
Natürlich kommt es vor, dass auch religiöse Menschen mit beliebigen Annahmen leben und das dann Glaube nennen. Nur macht sowas Sinn? Und ist es durch eine ebenso beliebige nichtreligiöse Annahme gut ersetzt?
Ist mir wirklich schleierhaft, wieso nicht längst entdeckt wurde, dass der Begriff Glaube in Religionen durch Vertrauen aufgrund von Erfahrungen ersetzt werden muss. Stattdessen leben wir mit einem völlig irren Glaubensbegriff und seinen Folgen Zweifel und Mißtrauen, die auf der Grundlage sogar berechtigt sind. Allerdings führen die beide zumindest nicht direkt oder sogar gar nicht zu Verstehen und Vertrauen.
Wer´s mag, soll doch sein Leben damit verbringen, Blümchenblätter auszurupfen und dabei zu murmeln "liebt mich, liebt mich nicht...".
Die Blüte die der Buddha hochgehalten haben soll, blieb ganz und führte zu einem Lächeln... und nur so verstanden macht eine Meisterschaft Sinn.
Das "schlimmste" was ich mit meinem Lehrer erlebt habe ist, dass ich ihn sah und eine Identität erlebte, so dass ich eine neben mir sitzende Schülerin fragte, "Sieht er nicht aus wie ich?"
... und als ich den Eindruck gewann, sie sei etwas konsterniert, hinzufügte "oder wie Du?".
Ich finde solches Erleben befreiend und entspannend. Wo sollte da das Monster versteckt sein, das mich verführen will, die Kontrolle meines Ich zu verlieren?
Wenn Einssein nur Worte sind, die auf dem Kochtopf von Isoliertheit blubbern, dann ist das recht wenig...
Niemand kann uns unsere Individualität nehmen, aber wer kann uns die Gelegenheit geben Identität zu erfahren?
Sicher nur jemand der sich selbst identisch fühlt.
(Einssein erlebt)
mipoohji:
"Dies impliziert, das jemand der sich keinen Lehrer sucht kein ernshaftes Interesse haben kann."
Nicht zwangsläufig. Mag sein, er weiss nicht dass es sowas gibt oder er denkt, dass es sowas für ihn nicht gäbe.
Man kann Interesse durchaus haben auch ohne einen Weg zum Verständnis zu finden. Dies zu "garantieren" ist die eigentliche Aufgabe eines Lehrers, ansonsten wäre er sinnlos.
(Mag sein, dass es sinnlose Lehrergestalten gibt, aber die heissen dann nur so und sind es nicht)
"Zazen als solches 'geschieht' unabhängig von Lehrern,Schülern und Sanghas."
Das existiert so nicht. Nichts ist unabhängig, auch Zazen nicht. Es macht vielleicht frei, aber ohne die Verbindungen zu lösen, in denen es gefunden wurde.
Von daher... allein dass wir es kennen, ist Beweis seiner Abhängigkeiten.
Mag sein, dass das so manchem Selfmademan nicht passt (ich rebelliere seit Jahrzehnten ohne jeden Erfolg), aber wie meine Muttermilch von meiner Mutter stammt, stammt mein bischen Verstehen von denen, die es mir vermitteln konnten. Wozu da eine Illusion aufbauen in der um den Preis der Realität das beste weggeworfen wird...?
Es ist kein Drama, seinen Lehrern nicht begegnen zu dürfen (sowas muss ich aus äusserem oder innerem Anlass oft jahrelang), aber das isoliert mich nicht wirklich.
Man kann allein sitzen. Nach meinem Erleben wird es aber erst ab einem gewissen Verständnis für die Vorgänge zum Zazen. Hier auf klärende Begegnung zu verzichten wäre so ziemlich das Dümmste was mir einfällt (und ich habe das oft getan, das Dümmste, was mir einfällt).
Du kommst selbst auf den Punkt.
"Eine persönliche Begegnung ist,
wenn eine Persönlichkeit sich
wie auch immer
von einer anderen persönlich berührt fühlt.
Jede dieser Begegnungen hält eine Fülle von Lehren bereit,
und sicher viel mehr als der erste Eindruck oft vermuten lässt."
Eine wunderbare Variante des "wie auch immer" ist Schülerschaft...
Ohne Berührung kein Herz zu Herz und ohne Herz zu Herz kein Zazen. Also, raus aus der Wüste, ran an die Oase...
Gruß
mipooh