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mipoohji:
Hätte er jemals gesehen, dass seine Ideologien lediglich Hilfestellungen für eine Meditationspraxis waren (bevor er sie in Maßstäbe umwandelte), wäre es ihm wahrscheinlich gelungen das rüberzubringen.
Nun wenn er abgemeldet ist, dann wird er wohl schmollen. Wenn das Alter ihm erlaubt hat zu erlöschen, dann wünsche ich ihm, dass es bis zum letzten Atemzug ok für ihn war. Und wenn es das erst später tut, dann wünsche ich ihm das trotzdem.
Kein Grund zur Sorge... das Ticket ist für uns alle bereits gebucht.
mipoohji:
Verstehst Du denn selbst die Hinweise auf Unabdingbarkeit/das Grundlegende der Praxis als Konkurrenzkampf?
Ich habe die von Dir karikierte Form eigentlich nie hier gelesen, ausser evtl bei Reiner, aber der zählt irgendwie nicht wirklich (als Autorität für Authentizität).
Die anderen erzählen (selten genug) mal von ihrer Praxis.
mipoohji:
"ich stehe mir mit meinen Worten nicht im Wege, denn sie sind Ausdruck der klaren Leere"
Mein Vater sagte gelegentlich "Bescheidenheit ist eine Zier, doch weiter kommst´e ohne ihr..."
Dass das grammatikalisch nicht ganz in Ordnung war, war ihm sicher bewusst. Vielleicht wollte Zenzwerg etwas ausdrücken, was Du nicht verstehen konntest. Alternativ könnte theoretisch sein, dass er etwas gesagt hat, was er nicht weiss. Natürlich darfst Du aussuchen...
Der allgemeine Trend irgendwelche Erfahrungen des Gegenüber zu verlangen ist nicht vorhanden. Die wenigsten sind überhaupt bereit darüber zu sprechen und bewegen sich auf Theorieebenen, deren Verbindung zur Lebenspraxis selten zu erkennen ist. Glücklicherweise sind da in kürzerer Vergangenheit ein paar Mitspieler aufgetaucht, die doch eher sich mitteilen als über etwas zu schreiben. So besteht doch Gelegenheit sich kennenzulernen statt ein Ideal zwanghaft zu proklamieren.
mipoohji:
Über die Techniken kann ich nichts schreiben, zumindest wurde ich gebeten, sie selbst nicht vorzuführen/zeigen. Da ich verstehe, warum das gut so ist, respektiere ich das.
Auch im Umfeld meines Lehrers gibt es Menschen, die schnell vergessen und gern den Mini-Guru spielen. Das hat mehr Nachteile als Vorteile.
Aber ich kann Dir sagen, dass die einzelnen Techniken etwa so sinnlos oder absichtslos sind wie "einfach-Nur-Sitzen" und dass die Gemeinsamkeit darin besteht, dass man dem Fokus etwas anzubieten hat, was ihn davon abhält (oft genug eben nicht), einfach so in der Gegend herumzuwandern.
Ich praktiziere seltenst in der Gruppe, es kommt vor, dass ein sogenanntes Review auf Veranstaltungen stattfindet. Da praktizieren eben alle gemeinsam, nachdem sie noch einmal die praktische Anweisung gehört und gesehen haben.
Ist alles völlig unominös, eben wie wenn jemand einem erklärt wie man denn nun sitzen soll.
Allein praktiziere ich normalerweise 1 Stunde am Tag und vertraue (aus wiederholter Erfahrung), dass dies sich insgesamt in meinem Wohlbefinden und meiner Klarheit/Wachheit auswirkt.
Mehr ist da nicht. Keine Philosophie, keine Anweisungen bezgl der Lebensart. Und doch, wiederum Erfahrung, wächst das Mitgefühl, wächst die Aufmerksamkeit im Alltag.
Hab gerade mal einen kurzen Blick auf den achtfachen Pfad geworfen, da ist eigentlich nichts erwähnt, was dadurch nicht wachsen würde...
Aber ich will hier gar keine Reklame machen, Zen als Thema ist schon völlig ok. In meinen Augen unterscheidet es sich rein äusserlich. Übrigens auch von dem, was zB Hexe oder David ansprechen ohne ausdrücklich von Zen zu reden.
Da man eh nirgendwoanders ankommen kann als bei sich selbst, ist der Weg nach Innen eben unproblematisch. Das kann nur auf der äusseren Ebene passieren und passiert nach meinem Erleben am ehesten, wenn Leute ohne eine eigene Praxis sich einmischen. Wenn also theoretisiert wird. Du weisst ja sicher, dass mir wurscht ist, wer welche Technik anwendet. Ich gucke mehr danach, was rauskommt und hab dann einen Eindruck davon, ob es um Geschwafel (wie bei Reiner der Allis) oder um Mitteilungen geht.
Auch da lassen sich Dinge wie ein achtfacher Pfad recht gut wiedererkennen, egal ob die Leute den nun mal irgendwo gelesen haben. Wieviel Toleranz ist erkennbar, wieviel Verständnisbereitschaft ist erkennbar, wie oft ist von dem eigenen Erleben die Rede, inwieweit geht es um Mitteilung statt um Selbstdarstellung, was wird über die eigene Praxis berichtet, wird man verstanden oder leicht mißverstanden, ich zähle da nicht mit, ob dies nun acht Punkte waren...
Mich interessieren immer die Erfahrungen anderer mit ihrer Praxis. Ohne dass nun jemand sich gezwungen fühlen sollte, sich da zu offenbaren. Manche tun dies bereitwillig, manche zitieren nur irgendwas (wobei ich gar nichts gegen eingemischte Zitate habe), und ich habe den Eindruck, als wüssten sie nicht was sie da zitieren. Allis war ein gutes schlechtes Beispiel.
Wo steckt der überhaupt? Urlaub? Nirvana?
mipoohji:
Zunächst einmal möchte ich sagen, dass ich mich nicht als Konkurrent betrachte. Im ersten Teil Deines Postings habe ich diesen Eindruck, dass Du mich so empfindest.
Ich kann natürlich nur mit dem dienen, was ich kenne und erfahren habe.
Meditation als Sammelbegriff für jede nur erdenkliche Form von Bewusstwerdung ist mir persönlich zu schwammig. Da sind mir differenzierende Begriffe lieber. Das was Du später beschreibst scheint mir dem Vipassana zu entstammen und dafür würde ich auch lieber den Begriff Vipassana verwenden.
Natürlich darfst Du Dich darauf berufen, dass Meditation für alles mögliche benutzt wird und insofern ist es in meiner Verantwortung, wenn ich das nicht annehme.
Für mich bezeichnet Meditation den Prozess des Gewahrwerdens/Erwachens, ohne jeden Schnörkel. Daher finde ich es gut und korrekt, dafür eine Technik zu verwenden, die dies ohne Ablenkungen ermöglicht.
Wenn es trotzdem zu Nachdenken, Nachsinnen etc kommt, was garantiert für jeden so ist, dann ist es hilfreich, sich das Prozesshafte und die Technik zu vergegenwärtigen. Irgendwelche Weisheiten oder Ausdrucksmöglichkeiten/Gedanken unterbrechen den Prozess, ich empfinde sie als Ablenkung vom eigentlichen Tun.
Daher meine Abneigung gegen einen zu weiten Meditationsbegriff.
Du wirst dies im Zen oft wiederfinden, man geht sogar so weit, Zazen als "nicht Meditation" zu bezeichnen. Sicher wegen dieser ansonsten oft schwammig werdenden Vorstellungen. Macht man übrigens in "meinem" System auch, wenngleich mir lieber wäre, Meditation als Begriff besser zu klären.
Den großen Rest Deines Beitrags verstehe ich.
Noch einmal bildlich, eine "analytische Meditation" wäre für mich etwas wie ein wolkenloser Himmel mit Wolken... oder eine Cola mit Rum, die als Cola durchgeht. Macht für mich wenig Sinn. Nicht der Himmel mit Wolken oder Rom-Cola, sondern die undifferenzierte Bezeichnung.
Jeder weiss, dass niemand sich hinsetzt, seine Technik anwendet, und dann ist da nur noch Meditation bis er dann wieder aufsteht.
All die Dinge die Du aufzählst können mehr oder weniger vorkommen, es wird da ziemlich individuell.
Zu dem "sich informieren"... nun da kann ich nur auf meine ersten Sätze verweisen. Nicht, dass mich der achtfache Pfad als Theorie noch sonderlich interessieren würde. Er ist ganz gewiss in meiner Praxis wiederzufinden, nur denke ich darüber nicht nach.
Solange sich der Sinn meines Daseins erschliesst, wüsste ich nicht wozu ich ihn in Formeln verpackt meinem Verstand anbieten sollte. Der kriegt schon alles mit, da habe ich keine Sorge.
Welcher Schule Du auch folgen möchtest, es wird eh darauf hinauslaufen, dass Du Dich kennenlernst.
(Was den Wert der Schulen in keiner Weise schmälert.)
Verschiedenen gleichzeitig zu folgen ist sehr schwierig, für viele bedeutet dies ein Desaster. Nicht weil sie (jede für sich) nicht funktionieren würden, sondern weil es vielen zunächst an der Toleranz fehlt und sie selbst dauernd herumrätseln, welche von denen nun die bessere sei. Ich spreche da durchaus aus Erfahrung.
mipoohji:
Wie Du Dir das alles nun zusammengereimt hast ist mir schleierhaft.
Dass ich zwischen Gedanken und Gewahrsein unterscheide ist schon richtig. Im Gewahrsein habe ich recht wenige Gedanken (im Verhältnis zu einer Situation in der ich explizit denke).
Nur die dann folgende Schlußfolgerung finde ich merkwürdig, inwiefern denkst Du, ich verneinte den Intellekt oder externalisiere objektlose Praxis. Mein Leben enthält Denken und Meditation, das Denken ist niemals objektlos und die Meditation besteht nicht aus Denken.
Wenn ich etwas anfüge, wie im o.g. Beispiel, dann deswegen, weil ich grundlegende Dinge deutlich machen möchte. Eigentlich steht (für mich) bereits alles in dem Text von Shantideva. Trotzdem hatte ich das Bedürfnis, noch einmal klarzustellen, dass er nicht über das Denken an sich spricht, sondern über eine Wachsamkeit gegenüber dem Denken. Und hier schien mir die Anmerkung angebracht, dass für Gewahrsein und Bewusstheit Denken nicht vonnöten ist.
(Solange man keinen Grund hat, für andere zu verbalisieren)
Mag sein dass Du Schwierigkeiten empfindest wenn Du Texte von mir liest, ich finde es oft auch nicht leicht sie zu schreiben. Dabei ist mir wichtig, sie einerseits kurz zu halten, andererseits keine Unterlassungen zu begehen. Daher die Anmerkungen.
Die Leere hilft, das ist schon irgendwie ok, und doch bin ich skeptisch ob wir von derselben Leere reden. Der folgende Absatz irritiert mich im Grunde noch mehr. Zunächst ein paar Selbstverständlichkeiten, bei denen ich mich frage, ob es denn sowas überhaupt gibt, dann auf einmal ein "Wissen um die Leere der Phänomene, folgend dem achtfachen Pfad". Als nächstes eine etwas ominös wirkende befreite Weisheit, die dann wiederum jenseits von irgendetwas sein soll...
Das alles erscheint mir kompliziert, vielleicht sogar unrichtig. Ich kenne dies alles nicht, oder zumindest erkenne ich mich darin nicht wieder.
Und dann passt wieder das Zitat wie die Faust auf´s Auge... Methode getrennt von Weisheit... nicht dass ich daran interessiert wäre, aber ich kenne viele Menschen, die genau dies tun. Sie arbeiten und leben systematisch, lassen aber Weisheit vermissen. Dann kenne ich wieder Menschen, die mit Weisheiten um sich schmeissen ohne sie zu verstehen. Irgendwo aufgeschnappt und papageienartig wiederholt. Das lese ich oft und höre es auch oft.
Mal als Beispiel, zur Verdeutlichung: Der Weg ist das Ziel. Unsinniger kann man kaum sprechen.
Viel bekannter aus dem Volksmund: Man muss das eben nehmen wie es ist.
Beides enthält auch Weisheit, beides ist aber seltenst zu Ende gedacht.
Ich habe gar nichts gegen Denken, ich denke gerne. Und dann setze ich mich hin und praktiziere. Mag sein, dass ich dabei auch hin und wieder denke. Wenn mich das einnimmt und ich das merke, dann kehre ich zur Technik zurück, denn ich möchte ja nun in dieser Zeit meine Techniken praktizieren und nicht über etwas nachdenken. Das tue ich dann zu einem anderen Zeitpunkt.
mipoohji:
Warum sollten wir nicht bemerken, wenn verschiedene Begrifflichkeiten lediglich eine Frage des Standpunktes sind? Ich finde das ganz sinnvoll um mit dem Alltag umzugehen.
Zu Shantideva...
Was ist denn das durch Bewusstheit gehütete Denken? Es ist ja sicher nicht das Denken selbst, sondern es wird ihm eine es hütende Instanz zugefügt (Wachsamkeit bzw Bewusstheit hier genannt).
Denn sonst, so lese ich aus den Worten, gibt es höllische Qualen, wegen derer man dann die Wachsamkeit bzw Bewusstheit reaktivieren sollte.
Wachsamkeit und Bewusstheit benötigen keinen zusätzlichen Gedanken. (Möchte ich mal anfügen)
Genau dies tut man wenn man Wolken ziehen sieht.
Genau dies tut man auch, wenn man (einen Gedanken von) Leere ziehen sieht/lässt.
mipoohji:
Es war zwar das verbale Verstehen was den Erfahrungen folgte, aber das war sicher nur ein Formulierungsfehler.
Ich finde es jedenfalls schön, verstanden zu werden, denn das ist nicht immer alltäglich.
Dazu gehört auch eine gute Portion Verständnisbereitschaft. Wenn die vorhanden ist, das sagt mir viel.
mipoohji:
Du irrst, ich weiss, wann meine Meditation einsetzt. Ich bekomme das jedesmal mit.
Ich habe niemals behauptet, meine Gedanken abschalten zu können. Ich will das nichtmal. Aber es ist schön, wenn sie von ganz allein aufhören (sowieso nur vorübergehend). Da ist nichts was sich meiner bewussten Wahrnehmung entziehen will. Wie kommst Du darauf?
Ich habe auch noch nie jemandem empfohlen unbewusst zu sein... wie sollte das gehen? Was ich durchaus jedem empfehlen kann, es einmal zu versuchen mit einer Meditationstechnik seines Vertrauens und selbst zu sehen...
Ob sich wohl jemand diese kleine Mühe machen möchte?
mipoohji:
Was sind Fakten? Fakt ist, dass ich eben meine Übung beendet habe und mir einen zweiten Capuccino gemacht habe.
Und ein Fakt, was ich gerne zur Kenntnis nehme ist Dein vorletzter Satz.
Wir sind nun nach zwei Jahren endlich soweit, dass Du schreibst "einfaches sitzen ist doch ok".
Für Zennies, die das tun, ist es egal, wenn dabei mentale Infos sich vorbeischlängeln. Allenfalls, wenn sie dann mal mit geschlossenen Augen sehen, betrachten sie es als Makyo, eine Ablenkung von dem, was sie gerade tun.
Ob Du das nun passiv nennst ist doch völlig unerheblich. Wenn Du im Zug sitzt, dann ist auch Deine einzige Aktivität, eingestiegen zu sein.
Warum von Meditation dabei die Rede ist. Ganz einfach, weil das eine Meditationstechnik ist. Zennies nennen das nicht so (oft jedenfalls) um zu vermeiden, dass der Begriff eine Vorstellung erzeugt. Gerade das was Du "aktive Meditation" nennst, soll vermieden werden und dafür gibt es einen guten Grund. Es ist übrigens auch ausserhalb des Zen durchaus häufig, die eigene Meditationstechnik als keine Meditationstechnik zu bezeichnen. Der Grund ist wohl immer derselbe, man möchte kein Hindernis aufbauen, welches durch Vorstellungen, was denn Meditation sei, Meditation verhindert.
Meditation entsteht erst, wenn es keine Einwirkung durch Wollen und Denken mehr gibt, das Bewusstsein quasi wie ein Fluß fliesst. Das ist nur ein Bild, aber da Du ja weisst, dass man auch atmet ohne das absichtlich zu tun, wirst Du vielleicht eine kleine Idee davon haben, dass dies auch auf den ganzen Menschen zutrifft.
Er ist dann ganz (und das Bewusstsein, nicht das Denken, bekommt das auch mit). Von daher ist Meditation durchaus in gewissem Sinne passiv. Was der einzelne so alles anstellt um diese "Passivität" überhaupt zulassen zu können, das ist zum einen individuell, zum anderen für den Zenweg unerheblich. Die Methode ("nur-Sitzen" ist so gesehen eine, es gibt aber auch andere) ist klar, darauf kann man jederzeit zurückkommen, wenn der unruhige Geist den Übenden abzulenken versucht. Darin besteht zunächst mal die Aktivität.
Warum nun das ganze? Um eine Erfahrung zu machen, die nur umschrieben werden kann. Ganz ist ganz und somit nicht beschreibbar wie ein Teil. Sich ganz zu fühlen/wahrzunehmen ist schon etwas besonderes in einer Welt, in der jede Einzelheit sich wichtig macht und in der die Ganzheit/Buddhanatur des Einzelnen maximal für ihn selbst eine Rolle spielt.
Wie weit das nun jeder für sich betreibt, ist wieder individuell. Wichtig ist, es hat ausreichend viele positive Effekte auf den Einzelnen, dass er weitermacht, den Weg weiterhin geht. Dabei werden schon Schätze an Erfahrung angehäuft, die auch unverkennbar sind, wie Güte, Weisheit... die sogenannten Tugenden (wird im Zen sicher nicht so genannt, ich sage das für Dich, der unbedingt verstehen will ohne es zu tun). Aber die werden zum Hindernis, wenn man daran zu sehr festhält. Sie gehen ja nicht einfach weg, sie sind schon Bestandteil der Persönlichkeit, aber sie sind auch wieder nicht wichtig genug, deswegen nicht mehr weiterzugehen.
Ist so wie beim Atmen. Hast Du eingeatmet, ist eigentlich das Ziel erreicht. Du könntest auf die Idee kommen, bereits vollständig mit O2 versorgt zu sein und nun das Atmen einzustellen. Wird aber so nicht passieren, denn der O2 wird verbraucht sein und das Atemzentrum wird neuen fordern.
Dasselbe ist auch bei Tugenden der Fall. Eine gute Tat, man könnte meinen, das war nun wirklich das Ende... ist aber nicht so, denn es folgen mehr. Dadurch wird der bisherige "Erfolg" nicht geschmälert, nur, welche Rolle spielt die gute Tat von gestern heute?
Ich will jetzt keine Sozialarbeiter aus den Zennies machen, das war nur ein Beispiel und sollte nicht zu eng gesehen werden. Eine gute Tat in meinem Sinn kann auch ein freudiges Lächeln sein oder das Hochhalten einer Blume...
Du siehst, das funktioniert alles bestens, es gibt keinen Grund sich darüber aufzuregen, nur weil nicht sämtliche Zennies sich auf ihren Misthaufen versammeln und herumkrähen (wie Du das mit Deinen "Kunststückchen" beständig tun musst. Sie gehen einfach weiter, Du nicht. Weil Du aus irgendeinem Grunde denkst, "es brächte nichts".
Und bevor Du Dich herausredest, sie hätten es selbst so gesagt... sie krähen nur nicht auf dem Mist. (Zumindest manchmal... ;) )
Du hast keine Antworten, verlangst sie aber von anderen.
"wenn ich nicht wüßte wie die funktionsweise ist könnte ich doch nicht diese erfolge haben und hier keine menschen darin ausbilden."
Beweist das irgendetwas? Sollen das die Kirchenfürsten (gegen die Du doch so sehr bist) auch sagen dürfen? Sie haben auch große Erfolge und bilden andere in ihrer Theologie aus. Könnten die das auch nicht, wenn sie nicht wüssten wie "die Funktionsweise" ist?
Du schiesst Dir selbst ins Knie und glaubst Dich in irgendeiner Weise von denen zu unterscheiden, denen Du eigentlich ins Knie schiessen möchtest.
Siehst Du nicht wie lächerlich Deine Anmache hier ist?
mipoohji:
"was ich von den erkenntnissen in der anwendung des zens habe kann ich nicht genau beantworten aber die menschen welchen ich so helfen konnte beschreiben es als sehr gut."
Du sagst Du kannst es nicht genau beantworten und beantwortest es gar nicht.
Also weisst weder Du es noch Deine Klienten.
Endlich mal eine klare Aussage dazu. (was ich übrigens weniger schlimm finde als wenn Du den Wissenden spielst)
Wichtig daran ist, dass die Klienten "es als sehr gut" bezeichnen, was ja immerhin mehr ist als "ich weiss es nicht".
Frag ich Dich, warum Dir das beim Zazen nicht genügt...
mipoohji:
Pass gut auf, dass Dein Kopf sich nicht selbständig macht...
Beim Lesen dachte ich so, "man kann sich auch nen Knopf an die Backe nähen", sprich, man kann sich in einer Weise mit den Fragen des Daseins beschäftigen, die alles nur verschlimmert.
Der Versuch etwas zu verstehen indem man (nur) gedanklich so lange damit umgeht, bis man komplizierter denkt als es einem zu verstehen möglich ist, hat den Reiz des übermenschlichen. Tatsächlich ist es unklug, es überhaupt zu versuchen, denn es führt niemals zu einem Verstehen.
Denk mal wie Du (am ehesten weisst Du es sicher von der Beobachtung von Kleinkindern) Begriffe wie Mama, Papa, Onkel usw gelernt hast. Du hast die dazugehörenden Personen (Dinge) erlebt und dabei immer wieder den Begriff gehört. Bis Du eines Tages in der Lage warst, bei Mama Dich an Mama zu erinnern.
Viel anders funktionieren wir auch als Erwachsene nicht. In unserer Vorstellungskraft tauchen (meist unmerklich) die zum Gesprochenen oder Gelesenen gehörenden/passenden Erfahrungen auf und so ergibt das Gesagte oder Geschrieben einen Sinn.
Diese möglichst abstrakten Gedankenspielchen mögen für Hartgesottene ganz lustig sein, andere driften dadurch eher in einen Zustand in dem sie sich lieber nicht wiederfänden. Mag das anfangs noch von einem gewissen Stolz begleitet sein, etwas zu verstehen was andere nicht verstehen, so bröckelt dieser Stolz doch bald wieder ab und man befindet sich in einer Lage, in der man weder selbst sich versteht, noch andere einen verstehen. Die Hartgesottenen mögen versuchen, einem noch eine zeitlang zu folgen, müssen aber dann auch irgendwann passen...
Dann steht man da in seinem kurzen Hemd und hat nichts gewonnen und vieles verloren.
Diese Dinge, von denen Menschen mit oft reichlich Meditationserfahrung sprechen, sind nicht von einem ungeschulten Geist nachvollziehbar. Der mag glauben die Abkürzung gefunden zu haben, nur gab es die nie.
Praxis ist nicht zu ersetzen. Die passenden Begriffe dazu erkennt man ganz natürlich und leicht, wenn die Erfahrungen gefestigt vorhanden sind und man passende Begriffe dazu mehrfach hört.
Das ist so einfach wie es nur sein kann.
Auf die (Meditations)Praxis zu verzichten in dem Glauben der Denkapparat könne sie ersetzen, ist ein fürchterlicher Truggedanke.
Buddha war nur ein Mensch, so wie Du und ich. Er machte völlig natürliche Erfahrungen. Weil er praktizierte konnte er sich Dingen/Umständen/Sachverhalten bewusst werden, über die viele Menschen nicht viel wissen. Nicht weil sie sie nicht wissen könnten, sondern weil sie an der falschen Stelle nach ihnen suchen. Samadhi kann nicht gedacht werden und erst nachdem man sicher in der Erfahrung ist, wird man verstehen können, wenn jemand Samadhi sagt. Um wievieles mehr gilt dies für "Form ist Leere, Leere ist Form". Du kannst das nicht denken, Du musst es erst wissen, dann kannst Du verstehen wovon die Rede ist.
Ich weiss nicht, was Du alles so erlebt hast und verstehst. Deine Erläuterung klingt dermaßen nach Kauderwelsch, dass ich Dir empfehlen möchte, zunächst zu praktizieren. Wie Du vielleicht weisst, bin ich keineswegs intolerant genug, eine konkrete Technik vorzuziehen (für mich selbst weiss ich welche ich am ehesten hinkriege). Es wäre mir also völlig egal ob Du Zazen oder Vipassana, Mantrameditation oder christliche Kontemplation bevorzugst. Alle dienen nur einem Zweck, Dir zu ermöglichen Meditation überhaupt zu beginnen.
Wir müssen immer wieder neu beginnen, deswegen tun wir das möglichst oft/täglich. Es geht zwar nichts (an Erfahrung(en) verloren, aber wir können nicht auf Stufe x einsteigen. Wie bei der U-Bahn, wo wir immer wieder an der Haltestelle zuhause beginnen, denn zwischendurch sind wir immer wieder zunächst am gewohnten Ort.
Ohne beständige Übung/Praxis werden wir niemals die Tiefen und Weiten unserer "Seele" erkunden, egal was uns unser geliebter Verstand vorgaukeln mag.
Du gewinnst nichts, wenn Du komplizierte Reden führen kannst. Jeder, der ein wenig Einfühlungsvermögen hat, wird erkennen, wenn Du fabulierst statt aus Erlebtem zu sprechen. Die anderen (ebenfalls Unwissenden) zu beeindrucken lohnt nicht.
Es geht um Dich. Nirvana und Buddhaschaft können ausserhalb von Dir existieren soviel sie wollen, sie nützen Dir nicht. Wenn Du Deine Schule aussuchst, hör auf Dein Herz, es ist nicht so dumm wie Dein Verstand.
mipoohji:
Die Gleichung ist für mich ebenso unverständlich wie der Text vorher.
Du begannst mit "Das ist doch nicht wahr". Dies liess mich aufmerken und nachsehen, ob ich überhaupt etwas behauptet hätte. Hab ich aber gar nicht... was soll also nicht wahr sein?
Dann folgt Dein orakelndes "Ich habe die Erfahrung gemacht das sich Menschen erst für Koan interessieren wenn sie die Antwort schon haben."
Wie sollte so etwas möglich sein? Wer, der eine Antwort hätte würde sich denn wohl passende Fragen dazu suchen wollen? Langeweile? Und dann noch ausgerechnet Koan... Das entspricht weder meiner Lebenspraxis noch meinen Beobachtungen.
Andererseits erlebe ich aber immer wieder Menschen, deren Phantasie und Einfühlungsvermögen nicht ausreichen, die Koan-Schulung zu erfassen. (Nicht in ihrer konkreten Weise sondern prinzipiell, konkret habe ich da gar keine Ahnung.)
Dieselben Menschen erfassen oft nicht Meditation, zumindest nicht im Ansatz, der rein praktisch ist und dessen Theorie allenfalls für Meditierende schonmal interessant sein kann.
Theorie ohne Bezug zur Praxis ist nicht schädlich, sie ist sinnleer. Das finde ich keinesfalls förderlich bei der Selbstfindung, es verhindert sie sogar. Aber vielleicht mögen diese Menschen gar nicht Sinn finden sondern Etiketten (für ihren Etikettenschwindel).
Gruß
mipooh