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mipoohji:
"Hier Gebote genannt - nicht, weil es jemand gebietet, sondern weil es das Gebotene ist. "
Schön dass Du das sagst, denn dasselbe gilt auch für die vorher mal von wem wegen der sprachlichen Form "Du sollst" abgelehnten 10 Gebote.
mipoohji:
Für eines ist solcherart Übung ganz sinnvoll, nämlich zu erkennen, dass mit Begriffen man sich selbst an der Nase herumführen kann.
Ich kenne da auch ein Beispiel, was mir als 10-jährigem zu denken gab, bis ich darauf die geeignete Antwort fand.
Nicht das worum es ging war absurd, sondern bereits die Grundannahme und somit alles folgende bis hin zur angeblichen Schlußfolgerung.
Es lautete:
Gott ist allmächtig? Ja.
Gott kann Steine machen? Ja.
Gott kann Steine heben? Ja.
Gott kann schwere Steine machen? Ja.
Kann Gott Steine so schwer machen, dass er sie selbst nicht heben kann? ..?..?..?
Der Zuhörer soll nun denken, dass dies der Gegenbeweis für Gottes Allmacht sei. Tatsächlich zeigt es die Grenzen von Begriffen.
(Mal ganz abgesehen davon, dass Gott sowieso keine Steine macht und auch keine hebt...)
Koans sind sicher ganz sinnvoll in einer konkret dafür geeigneten Umgebung, ein Zen-Kloster eben.
Für uns hier oder sogar als Schwank für´s Internet halte ich sie völlig ungeeignet. Zumindest erfüllen sie ihren Zweck da nicht mehr, bewirken eher das Gegenteil dessen wozu sie eigentlich dienen.
Der Verstand will schon beschäftigt sein, sonst beschäftigt er uns...
mipoohji:
"man" ist der Fehler in Deiner Aussage. Es gibt nichts einfacheres als einfach zu sein. (Betonung auf einfach, nicht auf sein)
Der eine tut dies sitzend, der andere bemüht dafür seine Augen, wieder jemand anderes rezitiert ein Mantra... (alle tun dies, um einfach zu sein)
mipoohji:
Wie soll jemals eine Ebene des Austauschs erreicht werden, wenn der nicht genau hier stattfindet?
Deine Mitteilungen sind sehr wohl genau das, was Sinn bringen kann. Gelabere um Gedankenkonstruktionen, so tradiert sie auch sein mögen, haben mit der Wirklichkeit unseres Seins sehr wenig zu tun. Selbst dann nicht, wenn sie in freundliches Geschenkpapier eingewickelt werden.
Also nur zu (auch wenn ich, der nun ermutigt, nicht immer als Zuhörer zur Verfügung stehe). Gib Deinem Erleben Ausdruck.
mipoohji:
Zu 1.: Da hat jeder seine eigenen Maßstäbe.
Zu 2.: Nein, jeder kann das nicht. Nur Menschen, denen Dharma irgendwie ein Begriff ist. Die würden aber kein Urteil fällen.
Nichtsdestotrotz erlauben sich Menschen zu behaupten, dass sie den Dharma kennen und urteilen dennoch... arme Irre...
mipoohji:
"Ich sehe mich als Bodhisattva und habe solch schädliches Handeln erkannt, bei einigen, die "Lehrer von anderen" sind. Damit bin ich zum Handeln aufgerufen, denn ich fühle mich den Bodhisattva-Gelübden verpflichtet."
Na, da hast Du ja ein hübsches Hamsterrad gebastelt.
mipoohji:
Ein schöner Hinweis auf das Dilemma von Verstand/Gesellschaft.
Alles was ist, ist.
Ein Recht entsteht nur in Gesellschaften. Man einigt sich auf Dinge, die sein dürfen und Dinge, die nicht sein dürfen. Mehr oder weniger vernünftig.
mipoohji:
Komisch... wer kämpft denn da nun?
Du wirst doch nicht etwa meinen, dass Du (Selbst) dazu auserkoren bist, die Welt in Deinem Weltbild einzufrieren?
mipoohji:
Eine Frage bewirkt eine Antwort, sonst nichts...
Die Antwort bewirkt zwei neue Fragen, sonst nichts...
Zwei neue Fragen bewirken zwei neue Antworten, sonst nichts...
Zwei neue Antworten bewirken vier neue Fragen, sonst nichts...
u.s.w.
Soweit die Erklärung, die den einen Teil der Problematik beschreibt.
In sich selbst sich versenkend zu sitzen bewirkt dies alles nicht, der Geist kommt zur Ruhe und weiss was ist. Ohne Fragen, nur Antworten, die nichts bewirken.
mipoohji:
Alle Theorie und Schulen sind hübsches Geschenkpapier, in dem sich Leben wie es ist verbirgt.
Ohne Praxis wird jedes Forum zu einem Laberbereich für Ideologen, egal wie es sich nennt.
Was nützt es noch mehr davon zu haben? Mehr Praxis (oder überhaupt zu praktizieren) scheint mir eher zu fehlen als Foren.
Ich verstehe Deine Kritik, vieles sehe ich oft ähnlich. Aber auch Du und wahrscheinlich auch ich, wir sehen die Dinge aus einer Perspektive statt aus einem klaren Geist. Das zu ändern braucht Meditationspraxis, nicht mehr Gelaber...
mipoohji:
Ich sage ihnen, dass sie das, was sie in der Welt vorfinden möchten, hineintragen sollen.
Und dass ich für sie da bin, wann immer sie meinen mich zu brauchen.
Wegen Kohle und Arbeitswelt sage ich ihnen einfach die Wahrheit... dass beides nicht ganz koscher ist und dass es da nicht fair zugeht. Aber auch, dass sie dem nicht entgehen können und darinnen ihren Weg finden müssen. Wenn sie wollen, erzähle ich ihnen ungeschminkt, wie es mir selbst dabei erging.
Daran, dass ich trotzdem guter Dinge bin, müssen sie erkennen, dass es etwas anderes gibt als das.
mipoohji:
Es ist eine Möglichkeit, die reizvoll ist, aber, wie Du ja schon feststellst, auch Nachteile hat.
Andere möchten gern, dass Du nicht nur sie wahrnimmst (vielleicht vollständiger als wenn Du auf die Worte achtest), sondern auch verstehst, worüber sie gerade mit Dir sprechen wollen.
Es ist auch nicht zwangsläufig (aber zugegeben irgendwie interessant), dass man in einer Trance Worte und Begriffe nicht mehr "kennt". Du kannst in derselben Trance durchaus verbal kommunikationsfähig bleiben. Ich finde das sogar besonders reizvoll, denn endlich kann man mal etwas sagen während Denken und Fühlen kongruent sind.
(Besonders oft passiert das ohne reichlich Übung sicherlich nicht.)
Zu wissen, dass es auch lebenswert ist, ohne Verständnis von Einzelheiten zu sein, finde ich tatsächlich auch entlastend. Der Stress, immer alles verstehen zu wollen, selbst die kompliziertesten Zusammenhänge, von denen man sich allenfalls einbildet, sie zu verstehen...
(Hast Du schonmal gehört, wie viele Menschen behaupten, die Relativitätstheorie zu kennen und zu verstehen?)
Trancen sind ganz sicher Bestandteil des Lebens, auch ein Zenweg verhindert das nicht (Freund Ikkyu hat da immer Sorge vor Verwässerung, ohne zu merken, dass auch die bereits verwässert). Allerdings sind es "nur" Phänomene, nicht mehr oder weniger wichtig zu nehmen als andere Phänomene (weil man sonst schneller als einem lieb ist wieder in Konzepten steckt, nur diesmal anderen). Die Bewertung als besonders angenehm stammt aus der Entspannung und der Erinnerung, normalerweise angespannter, themenkonzentrierter zu sein.
Ist auch völlig ok, glücklich zu sein, dass alles nicht so wichtig ist, wie es oft dargestellt wird.
Solange Du Dich sicher fühlst und Dich lediglich austauschen möchtest, finde ich es unproblematisch, wenn Du vorübergehend auch die Nachteile siehst. Trancen zum einzigen Lebensinhalt zu machen wäre allerdings nicht die beste Idee... irgendwann würdest Du niemanden mehr verstehen und Dich nicht mehr artikulieren können. Aber davon bist Du ja weit entfernt.
mipoohji:
Es gibt einfach Zeiten des äusseren und/oder inneren Rückzugs. Deshalb lebe ich schon noch immer...
Derzeit (also in den letzten Wochen, oder waren es gar Monate?) zog ich es vor, nicht einmal mich selbst zu üben. Wie hätte ich da sinnvoll über etwas reden sollen, was weitgehend Übung ist?
Rechthaberei, auch wenn sie schonmal passend sein kann, ist nicht meine eigentliche Intention. Gehört werden mag ich ich aber schon, zumindest wenn ich mich äussere.
Der Lebensweg geht weiter. Auch wenn eine Ausrichtung durchaus da ist, hüte ich mich, linear in die Höllen zu gehen...
Aber das passiert eben alles nur in mir, ich habe da nie etwas hinzufügen oder wegnehmen müssen.
mipoohji:
Im Grunde wollte ich dem Reiner nur sagen, dass seine wiederkäuende Art auch andere zum Wiederkäuen anregt. Mich am Ende auch. Und dass ich deswegen wenig Lust habe mich dem auszusetzen.
Klar kann man einfach nicht antworten, aber ganz so leicht fällt mir das nicht, wenn ich anwesend bin.
Ist eigentlich schade, wenn ein Thread wie dieser in sinnarmen Diskussionen endet, denn er fing ja ganz gut an. Ein gut gemeinter Versuch Zazen zu beschreiben. Ich für meinen Teil hab das verstanden, hätte auch gern noch eine Perspektive hinzugefügt.
Ich beschäftige mich derzeit ein wenig mit Fotografie. Da gibt es das Phänomen des Fokussierens. Und es gibt eine Einstellung, die man als "unendlich" kennt, unfokussiert und doch dadurch "alles scharf". Daran dachte ich als ich das Eingangsposting las. Wenn wir nicht einzelne Ideen oder Gedanken in den Fokus unseres Geistes nehmen, dann ist alles ganz einfach klar. Wir haben zwar keine Einzelheit, die wir besonders herausstellen, und das mag manchen irritieren, Reiner scheint da betroffen zu sein.
Problematisch wird es dies zu kommunizieren. Denn das ist nicht möglich ohne wiederum mit fokussierten "Gegenständen" umzugehen, Begriffen eben. In diesem Fall Zazen oder Meditation.
In einer direkten Kommunikation, also einer konkreten Begegnung von Menschen, ist es durchaus möglich, "von Herz zu Herz" zu kommunizieren, also trotz der Verwendung von Begriffen (fokussierten Gegenständen) gleichzeitig die unfokussierte Haltung beizubehalten. Das wird mit dem Grad der Abstraktheit einer Begegnung natürlich immer problematischer, es wahrzunehmen. In einem Forum, wo ständig die Gefahr besteht, auf Begriffen herumzureiten, ist dann schon ein hohes Maß an Begriffs-Toleranz gefragt, sonst kommt am Ende der Mensch mit seiner Aussage gar nicht mehr rüber. Andererseits darf es nicht so schwammig werden, dass Begriffe völlig beliebig werden, sonst werden sie sinnlos.
Sinnlos erscheint es dem Reiner, weil er sich nicht einlassen mag und andererseits ein enormes missionarisches Bedürfnis hat. Kein Wunder, dass ein Defizit an Verstandenwordensein einen antreibt, dies dennoch anzustreben, wenn man gleichzeitig eine eigene Begriffswelt entwirft, die für andere nahezu unmöglich erkennbar ist.
Mal sehen, was wird... ich fühle mich durchaus noch verbunden, habe nur wenig Lust auf sinnlose Kontroversen. (Für die ich aber keineswegs Reiner allein verantwortlich mache.)
wer das hier überlebt hat gute Chancen von allein drauf zu kommen...
Gruß
mipooh