Hallo Ihr Lieben,
Ihr wisst, welchen großen Stellenwert der Begriff Mitgefühl für uns alle hat. Es ist zentrales Thema.
Soeben dachte ich, während ich auch an unsere vielen Diskussionen dachte, "ist es wohl jedem klar, was in diesem Begriff steckt?"
Da ist ein "Mit" und dann kommt "Gefühl". Es ist also etwas das man fühlt...
Da ich weiss, wie angenehm das ist, wünsche ich Euch, dass Ihr nicht darüber nachdenkt, sondern es einfach fühlt. So wie es sich eben gerade für Euch anfühlt...
Gruß
mipooh
Für mich ist es auch wichtig, gelegentlich zu betonen, dass gerade das korrekte "spiegeln" im eigenen Inneren es möglich macht, angemessen zu handeln. Es gibt offenbar eine gewisse Scheu diese Fähigkeit anzunehmen und sie wird oft genug kategorisch abgesprochen. Wohl aus der Furcht vor einer Durchschaubarkeit, die im Grunde naiv ist. Ich habe noch nie erlebt, dass ein Mensch mit dieser Fähigkeit sie mißbraucht hätte. Mir scheint, dass sie an Tugenden gekoppelt ist. In diesem Zusammenhang erscheint mir auch die Entwicklung von Tugenden sinnvoll. Also nicht im Sinne einer Gebotserfüllung die gefordert wird, sondern im Sinne einer Voraussetzung für Fähigkeiten. Gleichzeitig habe ich nicht den geringsten Zweifel daran, dass diese Fähigkeit des vollständigen Spiegelns in jedem Menschen angelegt ist.
Ich erlebe das ganz häufig, zB mit meiner Frau, wenn ich eine Stimmung mitbekomme und den genauen Zusammenhang kenne ohne dass sie sich äussern müsste, während sie selbst noch der Ansicht ist, ihre "Gründe" vor mir verbergen zu können.
Man muss diese Fähigkeit nicht ausspielen um den anderen "bloßzustellen", aber daran zweifeln sollte man mE auch nicht. Sich sicher zu sein lässt einen auch sicher handeln.
"Durch die Verbundenheit die wir, so glaube ich, haben als Menschen, darf ein Mensch im Leiden etwas von diesem Vertrauen spüren ohne wissen zu müssen, woher genau dieses jetzt kommt."
Auch hier ist mir das "glauben" etwas zu schwach, es sei denn es ist die Form von "darauf vertrauen können" gemeint. Der andere ist oft/meist zu sehr in sein Leiden verstrickt um das wahrzunehmen, und darauf kommt es tatsächlich nicht an. Jemand, der sich mit einer solchen Fähigkeit irgendwie profilieren wollte, wäre ebenso verstrickt und könnte sie gar nicht wirklich entfalten. Ein Grund, keinen Dank zu erwarten, sondern eine Wirkung, und vielleicht selber dankbar zu sein, diese Fähigkeit (etwas zu bewirken) leben zu dürfen.
Insgesamt möchte ich noch einmal darauf hinweisen, dass Mitgefühl nicht auf Leidenssituationen beschränkt ist, besser noch, nicht sein sollte. Ansonsten können wir nur Leiden erträglicher machen, aber noch lange keine Freuden ermöglichen. Obwohl ich ja auch berufsmäßiger Helfer war finde ich heute diese Seite des Lebens noch wichtiger und unterentwickelter.
Wird doch Zeit, nachdem wir bereits ahnen, dass die Höllen hier sind, ebenfalls zu entdecken, dass auch die Himmel hier sind...
Lieben Gruß
mipooh