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mipoohji:
Könnt Ihr zwei nicht mal ernstzunehmende Gespräche führen? Ihr werdet beide nicht ernsthaft annehmen "Dharma-Gefechte" durchzuführen. Also handelt es sich doch eher um Respektlosigkeiten?
Ihr sagt doch beide von Euch, dass Ihr Praxis habt. Ist das wirklich schon alles, was diese wunderbare Praxis in Euch bewirkt hat? Denkt wirklich einer von Euch beiden, auf diesem Niveau auch nur einen verständlichen Fingerzeig zu geben (von dem wir ja wissen, dass er nicht der Mond ist)?
Jungs, bringt doch mal den Ausdruck Eurer Zazen-Praxis hier rein. Der muss doch irgendwo sein... Rhetorisch seid Ihr beide nicht sonderlich gut, und diese Schwächen allein hier auszuleben, ist Euch dafür der Überbegriff Zen nicht zu schade?
Ich zweifle keinen Moment daran, dass Ihr mehr verstanden habt, als Ihr hier darstellt.
mipoohji:
Ich stolpere zunächst über die Unabhängigkeit vom Fühlen, denn gerade die kommt in meinem Erleben so nicht vor. Wahrscheinlich (stolpere ich), weil ich "das aufmerksame Wahrnehmen und Lauschen auf den Augenblick und das, was ich Intuition nenne" als Fühlen wahrnehme und mir über Herzen, Absichten, innere Haltungen, Bereitschaften wenig Gedanken mache.
Erst beim Vertrauen und dem "gehorchen" mit den "" beruhigt sich mein Gemüt dann wieder...
Für Menschen, die ganz gut sitzen können, ist so ein Lotussitz sicher ganz hervorragend geeignet um das zu tun, was man im Sitzen tut.
Das wussten sicher auch diejenigen, die zu Menschen sprachen, welche sie direkt vor sich hatten, und von denen sie immerhin sehend annehmen konnten, dass diese so sitzen können.
Diejenigen, die das dann später aufschrieben und dogmatisierten, waren herzlos und/oder phantasielos genug, sich so zu verhalten. Die sind aber nicht das Maß der Dinge.
Meines Erachtens ist es sinnvoll, bequem zu sitzen. Einfach damit das geschehen kann, wozu man sitzt. Und wenn das bedeutet, dass man auf einem Stuhl sitzt, dann wünsche ich Dir, dass er bequem ist.
Es gibt immer Menschen, die aus einer Mücke einen Elefanten machen. Das sollte Dich nicht wirklich stören.
Was möchtest Du denn, wenn Du "Sitzt"?
Du möchtest ungestört von Einflüssen erleben, wer Du ursprünglich bist. Dazu musst Du nicht zwingend einer Form folgen, die für andere ganz praktisch sein kann.
Anweisungen von Meistern dienen Dir um es Dir einfach zu machen. Dies müsste Dir ein verständnisvoller Meister normalerweise persönlich sagen. Denn er muss ja auch erst mal wissen, mit wem er spricht.
Zazen ist für Dich da, nicht Du für Zazen (bzw eine bestimmte Form). Geniesse es und sei glücklich.
mipoohji:
Beim Denken finde ich Gegensätze nicht ablehnungswürdig. Ist schon ok, hell und dunkel zu unterscheiden zu können.
Beim Meditieren/Praktizieren/Zazen fände ich es überflüssig...
Vernünftig wäre für mich, sich dieser beiden Möglichkeiten bewusst zu sein und auch zu wissen, welche von beiden man gerade anwendet...
mipoohji:
Nun, nach meiner persönlichen Erfahrung ist sehen mit geschlossenen Augen durchaus etwas das man erleben kann. Nur hat es mit dem was Erleuchtung genannt wird überhaupt nichts zu tun.
mipoohji:
Warum in aller Welt sollte jemand Angstschreie für Meditationsmusik halten?
Natürlich kann man auch Fehler machen, wenn man sich blind berieseln lässt, ebenso wie man im täglichen Leben die falschen Freunde haben kann.
Ich betrachte diesen Markt sehr kritisch. Nur, machen wir uns da nichts vor. Viele Menschen verbringen Stunden täglich vor einem Massenmedium, in dem ein großer Teil der Zeit Suggestionen laufen. Hinzu kommen Helden, Ideale, Reize, die gewiss nicht vorsortiert aufgenommen werden. Sie finden ihren Weg in unsere Herzen, egal was wir so denken.
Ich zB sehe ganz gern mal symyphatische Massenmörder, wenn sie nur ethisch genug erscheinen. (Silvester Stallone zB) Dies obwohl ich schon genug nachdenke um diese mörderische Idylle zu entlarven und sie letztlich nicht nachvollziehe.
Bei Medien zur Selbstbeeinflussung gehe ich da ganz anders vor. Ich höre sie in Ruhe und entscheide ob ich das wiederhole. Mönche mit ihren Ritualen tun nicht viel anderes. Warum wohl verneigen sich Mönche beim Betreten des Raumes immer wieder. Wäre einmal nicht genug gewesen?
Nein, man wird nicht zum Hilfsmittel, man kann Mensch bleiben. Ein Mensch, der sich auch weiterhin auf einem guten Weg befindet und dies ganz bewusst möchte.
Kürzlich hatte ich Panikattacken. Nun hätte ich natürlich den harten Weg wählen können, einfach Sitzen und abwarten wie lange ich sie aushalte. Es gab aber eine andere Möglichkeit. Durch eine Technik (es gibt sicher nicht nur eine) konnte ich sie in sehr kurzer Zeit loswerden und in mir selbst Bedingungen setzen, die sie so schnell nicht wieder (ungewollt) auftauchen lassen.
Dies nur als Beispiel. Es gibt so viele Menschen, die falsche Ideen verinnerlicht haben. Sie würden sie gern loswerden. Speziell fallen mir da Menschen ein, die denken, sich nicht entspannen zu können. Und dies wo mir das doch so einfach ist...
Diesen Menschen zu erzählen, dass sie in ein Dojo gehen müssten, unter Schmerzen mit gekreuzten Beinen zu sitzen bis dann irgendwann mal aus dem Innern eine Lösung auftaucht, hielte ich nicht für zeitgemäß. Lass sie doch erst mal relaxen... und später, falls sie mehr wollen, dann können wir ja mal auch über anderes reden.
Nur nicht zu viel Angst vor Andersartigem. Es kann auch Bereicherung sein. Am Ende steht jeder Einzelne selbst vor seiner eigenen Aufgabe, sich in dieser Welt einordnen zu können ohne sich zerissen zu fühlen. Die wird ganz sicher ohne jedes Hilfsmittel gelöst, irgendwann, für jeden, wenn ihm wirklich danach ist.
ich kenne Dein Problem mit Zazen, "reines Zazen" ist einfach nur sitzen. Ich finde das brauchbar.
Zu was? Um mal von dem anderen Zeugs etwas loszukommen und lediglich allein im Rest des Daseins aufzugehen, unbeeinflusst von konkreten anderen Personen oder Ideen.
Unreines Zazen wäre zB das was Du so gern erzählst...
Dass der Buddha auch keine Autos kannte und keine Mobiltelefone, niemals Pizza gegessen hat, das ist Dir schon klar? Diese Dinge sind nicht notwendig, aber wir haben sie. Keines davon wird benötigt um zur Erleuchtung zu kommen aber deswegen müssen wir sie auch nicht gleich wegwerfen.
Wie lange es braucht? Das frage ich mich schon lange... viel zu lange, finde ich...
mipoohji:
Wo siehst Du denn den eigentlichen Unterschied zwischen einer gegenständlichen Meditation und ... ja und was eigentlich...? Meditation an sich?
Sobald der Mensch Meditation erfährt, also den Vorgang in sich selbst der ihn scheinbar immer weiter in sein eigenes Zentrum führt, ist dieser Part gegessen. Dabei ist eigentlich egal, was ihn dazu bewegt hatte bzw welche konkreten Schritte er vor dem Eintritt des meditativen Zustandes genommen hatte.
Innerlich passiert da genau dasselbe, egal welchen angeblichen Weg er beschritten hatte, er kommt zu Meditation.
Ja, ich finde auch CDs durchaus brauchbar ebensom wie ich reines Zazen brauchbar finde.
Dass die Schritte vor der Meditation nicht die Meditation sind, muss man jemandem der sie erlebt hat eigentlich nicht mehr sagen.
Wenn man schon empfehlen muss (kann ja sein man wird darum gebeten), dann kann man manchen Menschen durchaus CDs empfehlen. Ich benutze solche Hilfsmittel sehr gern mal, auch wenn ich von vornherein weiss, dass sie lediglich das Sprungbrett sind.
mipoohji:
Ich finde völlig unerheblich, was Jesus oder Buddha richtig oder falsch gemacht hätten.
Sie hatten Botschaften, das Einzige was für mich an ihnen interessant war. Ich werde niemals den einen oder den anderen kopieren können oder wollen, sondern meine eigenen Dinge tun, die dann wiederum Maischberger kommentieren darf für diejenigen, die in Kategorien wie richtig und falsch leben mögen.
mipoohji:
Mag sein, dass irgendjemand, der Zazenübt, sich mal ungschickt ausgedrückt hat. Ob er dadurch zum Zazen-Vertreter wird... ich denke eher nicht.
Nichts bewirken zu wollen ist eine Hypothese, die Voraussetzung für ein sinnvolles Üben ist. Es ist keine absolutistische Forderung des Zazen.
In diesem Sinne meine ich, dass Du die Zeit totschlägst, indem Du etwas sinnleer mißverstehst um das Gegenteil zu beweisen...
Ich für meinen Teil ziehe vor, auf Haß und Neid zu verzichten. Friede ist kein äusserer Zustand einer lebendigen Welt, er ist ein Gefühl, auf das ich nicht verzichten werde, selbst wenn es dann keinen Krieg mehr gibt...
mipoohji:
Wann merkst Du eigentlich, dass Du die Zeit totschlägst, indem Du beharrlich an Deinem Mißverständnis des Zazen festhältst?
Eine Welt ohne Neid, Agressionen und Haß?
Ja, ich denke, ich könnte sie mögen. Schliesslich mag ich genau dies bereits in mir. Warum sollte ich zweifeln, dass ich dies auch in anderen mag?
Keine Sorge, es gibt auch ohne dies genügend Vielfalt. Es bedarf nicht der Perversion des Guten um wertzuschätzen.
mipoohji:
Du musst das nicht bedauern. Immerhin hast Du den Atem immer noch, egal ob Du Dir dessen bewusst warst oder nicht...
Ich kenne das Problem, es ist keines.
Wie ich damit umgehe? Wenn ich mich erinnere, dass ich eigentlich dem Atem folgen möchte, dann kann passieren, dass ich es wieder einmal tue...
Denke nicht, Du müsstest Dich "bezwingen". Hab Geduld mit Dir, freu Dich nicht nur am Atem, sondern auch an den störenden Gedanken, sie sind das Material, mit dem Du Dich mitteilst.
Nicht dass sie sonderlich wichtig wären...
Nicht einmal wichtig genug, sie abzulehnen.
Es geht nicht um einen Krampf, mach keinen daraus. Vielleicht hast Du irgendwann mal jemanden mißverstanden. Oder jemandem blindlings geglaubt, der etwas mißverstanden hatte.
Du darfst Deinen Atem in vollen Zügen geniessen. Nicht "Du musst". Das wäre kein Genuß.
Was ist das Problem an Schlaffheit, Müdigkeit, Abgeschlagenheit?
Gruß
mipooh