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mipoohji:
"Das "mehr Verlangen" das ich mir einbilde bei anderen zu erkennen bringt mich dazu genauer zu werden."
Finde ich auch völlig ok, zunächstmal. Sich selbst in Frage zu stellen um sich sicherer zu werden, dass das was man tut bereits das Gute ist, was man auch wollte.
Mit dem Einfluß anderer ist das so eine Sache. Da wird das angeblich Gute oft unerreichbar erhöht und dann kann man anfangen einem Phantom hinterherzurennen. Schade um die schöne Zeit...
Kennst Du das Bild von dem Esel, der den Wagen zieht? Auf dem Kutschbock sitzt jemand mit einer Angel, an der vorne Heu befestigt ist. Der Esel möchte das Heu und zieht so den Wagen mit dem Kutscher mit der Angel und dem Heu vorwärts..vorwärts..vorwärts und wird nie satt...
So in etwa wirken auf uns Gebote oder Gutmensch-Regeln, bis wir erkennen, dass wir all diese ungeheuren Ansprüche längst erfüllen.
Wer würde nicht gut sein um sich gut zu fühlen? Macht doch jeder, mehr oder weniger geschickt! Wer würde nicht alles lassen wollen um sich nicht schlecht zu fühlen? Tut auch jeder, ob er das nun Loslassen nennt oder nicht!
Wer würde nicht gelegentlich mal so richtig relaxen wollen und lässt dabei auch schonmal alles los? Macht auch jeder, völlig von allein, völlig ohne jede Anleitung!
Moralisten sind gar nicht gefragt, die versalzen unnötig jede Suppe. Passiert aber dass wir denen begegnen und dass wir uns in unserer natürlichen Unsicherheit auch noch verunsichern lassen.
Der achtfache Pfad ist viel mehr eine Beschreibung von etwas das sowieso jeder halbwegs normale Mensch tut als eine Anleitung. Ich finde es schön, mich darin wiederzufinden und lehne es völlig ab, wenn mir damit jemand seine Maßstäbe aufdrücken will.
Zwischen mir und "dem Sein" braucht es keinen Vermittler. Ich bin schon ein großer Junge. Mama und Papa sind tot und ich bin schon selber bald dran... irgendwann möchte ich dann auch mal selbst entscheiden dürfen.
mipoohji:
Ist doch alles ganz normal. Nur meist geht das alles im Hirn so fix, dass man kaum noch mitkriegt wieviele Entscheidungen da so täglich ablaufen.
Wenn jemand überhaupt eine Richtung/Ausrichtung hat, sagen wir mal auf "sich-gut-fühlen", dann bestimmt diese Ausrichtung beständig in all den täglichen kleinen Entscheidungen mit. Man wird dann eher eine frische Pizza bestellen als die vergammelten Reste von vorgestern zu essen. Oder man wird seinem Partner mal ein Lächeln schenken, einfach so... (scheinbar, tatsächlich ist die Ausrichtung mit am Werk) oder man wird es ihm mal ersparen, ihm auf den Schlips zu treten, auch wenn das gerade durchaus möglich gewesen wäre. Man hat sich aber blitzschnell für die hübschere Variante entschieden und die andere (los)gelassen.
Wenn Unsui das so explizit katholisch rüberbringt klingt es verkrampfter als es im Alltag ist...
mipoohji:
Wozu schwarzsehen?
Das ist doch alles ganz natürlich. Jeder Mensch, der sich lieber wohlfühlt als unwohl, tut das ganz automatisch.
Da muss man nichts läutern... das passiert ganz einfach.
mipoohji:
Du kannst es sowieso nur für Dich selbst genau fühlen, bei anderen je nach Mitgefühl von ungenau bis einigermaßen genau.
Du wirst es an Dir selbst bewusst oft erlebt haben, vielleicht nur nicht in Verbindung gebracht mit dem Begriff "rechte Rede".
Du fühlst aber schon genau, ob es ok ist, ob es das war, was Du zu sagen hattest.
mipoohji:
Ja, das hoffe ich auch und versuche deswegen auch immer genau zu fühlen, inwieweit ich dem anderen Zumutung sein darf und wo eben nicht.
Schwierig ist das eigentlich fast nur dann, wenn es weitere "Zuhörer" gibt, die dann mit ihrer eigenen Befindlichkeit (manchmal Empfindlichkeit) in einen Dialog miteintreten.
So hatte ich mal einen Freund, den ich liebevoll mit "you fuckin´ bastard" begrüßte, was unter uns zweien prima funktionierte, aber (selten) in Anwesenheit Dritter schonmal auf Unverständnis stieß.
Man will ja mit seiner Kommunikation meist etwas erreichen und da passt dann, was passt. Nur das schätzt nicht jeder "Mithörer" genauso ein. Normalerweise weil er die Beziehung aus seiner eigenen Perspektive einschätzt.
Ich kommuniziere daher in Face-to-Face-Situationen meist anders als in einer Öffentlichkeit und sehe, dass eben diese Öffentlichkeit auch Hindernis sein kann.
mipoohji:
Gut und schlecht sind schwierige Kategorien, denn was der eine als Gut betrachtet mag dem anderen schlecht sein.
Der achtfache Pfad schreibt deswegen auch nicht gut vor sondern "recht". Das finde ich gut, denn so kann man auch schonmal "schlechtes" tun, wenn es recht ist und muss nicht verbindlich sentimental "gut" sein...
mipoohji:
Deshalb kann ich bedenkenlos "Arschloch" sagen, wenn es denn angemessen erscheint, und im nächsten Moment Liebling... (ebenfalls wenn es denn angemessen erscheint).
Zu glauben, irgend etwas sei verpflichtend auf Ewigkeit, wäre Humbug (entspricht nicht der Erfahrung).
mipoohji:
Was ja nun schon wieder eine völlig andere Sache ist als das vorherige.
Auch im Geist von Mitgefühl kann man durchaus beurteilen. Muss man sogar, damit das Mitgefühl überhaupt sinnvoll in Aktion umgesetzt werden kann.
mipoohji:
Ok, lass uns Erbsen zählen...
Zunächst mal bedeutet es exakt das, Abwesenheit=nicht da sein.
Da es aber Nichtexistenz nicht geben kann, sondern die minimale Stufe von Existenz Potential ist, kann ich unterstellen, dass Du das damit sagen wolltest.
mipoohji:
Das ist ja nun völliger Quark, lieber Unsui.
Wir kommen gar nicht umhin, zu beobachten. Sowohl uns selbst als auch andere. Wir werden auch nicht leicht in die Lage kommen nicht zu urteilen (im Sinne von differenzieren/einschätzen). Während der konkrten Übung von Meditation hört das natürlich auf (sonst ist es keine gelungene Meditation).
Ich vergleiche das gern mit einem Konzertbesuch. An der Garderobe gibt man seine Jacke ab und wenn man wieder geht, holt man sie wieder ab. Ich finde das völlig in Ordnung und erwarte nicht erleuchtet/ichlos herumlaufen zu müssen...
Ist schon ok, wenn ich mein Klo noch finde und nicht auf den Küchentisch scheiße nur damit alles eins bleibt...
mipoohji:
Das trifft mich nun weit weniger, denn von Dir bin ich ja undifferenziertes Denken gewöhnt.
Sicher passt in Reiners Verhaltensmustern und in meinen etwas zusammen, ist ja offensichtlich. Nur ist es eben nicht egal, ob man zwei Pötte hat oder zwei Deckel oder einen Pott und einen Deckel.
Nur daran lag mir.
Und natürlich handeln Menschen u.a. nach alten Mustern, davon nehme ich mich nicht aus. Du weisst doch wie nachsichtig ich deswegen bin...
mipoohji:
Da bin ich aber froh, denn ein "einfach übersehen" ist nun wirklich nicht tragisch. Als ernsthafte Perspektive hätte ich nun gründlich nachdenken müssen.
mipoohji:
Das finde ich nun wieder zu extrem ausgedrückt. Denn Begierde verfärbt zwar die Hingabe und dann kann sogar Haß entstehen, wohl die extremste Verfälschung von Liebe, aber dass deswegen die Liebe weg sei kann man ja auch nicht behaupten.
Man hat nur nicht viel davon, weil man sie nicht wahrnimmt... Von daher kann ich verstehen, dass man es auch so ausdrücken kann wie Du es oben getan hast. Da aber ein Ich keine eigene Existenz hat, Liebe jedoch ein grundlegender Aspekt von Leben ist, würde ich sie nicht ganz weglassen...
mipoohji:
Kann man so auch nicht sagen, ohne ein Mißverständnis herbeizurufen.
Dieses Gefühl (ich sag da ja lieber Fühlen zu) ist grundlegend, so wie der Mensch eine Nase hat und zwei Ohren. Es kann überlagert werden und ist dann zu subtil um bis ins Bewusstsein vorzudringen. Aber es ist nie wirklich weg.
Man geht also nur zu den Grundlagen des Seins/Lebens, das grundsätzlich angenehm/liebevoll ist.
mipoohji:
"Wer jedoch hingegen zwischen sich und anderen keinen Unterschied macht, handelt sowohl gleichzeitig egoistisch als auch altruistisch."
Warum extrem ausgedrückt? Er handelt doch einfach nur ausgewogen, somit weder egoistisch noch altruistisch.
Ich würde übrigens nicht empfehlen, Unterscheidung völlig aufzugeben. Ich möchte sachon noch wissen, wer ich bin und wer ich nicht bin. Mit dem (größeren) Rest verbunden zu sein, ok, aber nicht identisch.
Finde ich auch völlig ok, zunächstmal. Sich selbst in Frage zu stellen um sich sicherer zu werden, dass das was man tut bereits das Gute ist, was man auch wollte.
Mit dem Einfluß anderer ist das so eine Sache. Da wird das angeblich Gute oft unerreichbar erhöht und dann kann man anfangen einem Phantom hinterherzurennen. Schade um die schöne Zeit...
Kennst Du das Bild von dem Esel, der den Wagen zieht? Auf dem Kutschbock sitzt jemand mit einer Angel, an der vorne Heu befestigt ist. Der Esel möchte das Heu und zieht so den Wagen mit dem Kutscher mit der Angel und dem Heu vorwärts..vorwärts..vorwärts und wird nie satt...
So in etwa wirken auf uns Gebote oder Gutmensch-Regeln, bis wir erkennen, dass wir all diese ungeheuren Ansprüche längst erfüllen.
Wer würde nicht gut sein um sich gut zu fühlen? Macht doch jeder, mehr oder weniger geschickt! Wer würde nicht alles lassen wollen um sich nicht schlecht zu fühlen? Tut auch jeder, ob er das nun Loslassen nennt oder nicht!
Wer würde nicht gelegentlich mal so richtig relaxen wollen und lässt dabei auch schonmal alles los? Macht auch jeder, völlig von allein, völlig ohne jede Anleitung!
Moralisten sind gar nicht gefragt, die versalzen unnötig jede Suppe. Passiert aber dass wir denen begegnen und dass wir uns in unserer natürlichen Unsicherheit auch noch verunsichern lassen.
Der achtfache Pfad ist viel mehr eine Beschreibung von etwas das sowieso jeder halbwegs normale Mensch tut als eine Anleitung. Ich finde es schön, mich darin wiederzufinden und lehne es völlig ab, wenn mir damit jemand seine Maßstäbe aufdrücken will.
Zwischen mir und "dem Sein" braucht es keinen Vermittler. Ich bin schon ein großer Junge. Mama und Papa sind tot und ich bin schon selber bald dran... irgendwann möchte ich dann auch mal selbst entscheiden dürfen.
Anregungen gerne. Aufregungen ungern...
Lieben Gruß
mipooh