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mipoohji:
Ein paar schöne Punkte in Deiner Antwort, in denen ich die geradlinigkeit Deiner Praxis wiederfinde.
Dass gerade jemand, der die Koan-Praxis betreibt, es wagt, von dem "Buch mit sieben Siegeln" zu sprechen, bestärkt mich in der Ablehnung eines rein intellektuellen Umgangs damit.
(Oder wie ich heute dann letztlich lapidar an Angkor schrieb, "Koan als Sudokan für Zennies... nicht mein Ding".)
Auch ich schätze praktisches Wissen höher ein als rein theoretisches. Davon kommt schon als Begleiterscheinung dermaßen viel zusammen, dass ich manchmal froh bin, auch einiges wieder vergessen zu dürfen. Nicht unbedingt aus Faulheit einem intellektuellen Wissen gegenüber, sondern eher wegen eines nicht vorhandenen Interesses im wahrsten Wortsinn.
Wozu sollte ich lernen Flugzeuge zu fliegen, wenn ich sowieso meist zu Fuß gehe? Es wird auch bezgl der Schriften, egal welcher Religion oder welchen Weges, es immer Menschen geben, die darüber mehr wissen und weniger, die darüber scharfsinniger denken und weniger scharfsinnig. Niemand wird mir jedoch die Verantwortung für meinen eigenen Weg, mein eigenes Leben abnehmen. Inwieweit diese Dinge da von Belang sind ergibt sich eben aus meinem Interesse. Auch hier wieder der Hinweis auf den eigentlichen Wortsinn. "Dazwischen sein, zwischen (einer Reihe von) Dingen sein". Und auch hier der Hinweis darauf, dass es weniger wichtig für mich sein muss, die Dinge anderer zu erlernen als die Dinge die ich für meinen Weg brauche.
Und auch mich interessiert es sehr, wenn jemand einen Eindruck gewissenhafter Verfolgung eines Weges macht. Sei das David oder sei das Hexe, beides Leute, die nicht so furchtbar dicht am klassischen Zenweg zu stehen scheinen, aber mir in ihren individuellen Bemühungen sehr verwandt erscheinen, so dass ich allein schon aus Sympathie genauer sehen möchte, wie es denn für jemand anderen noch so funktioniert.
Das hilft mir ebenfalls, meine eigene Variante des Weges nicht zu verabsolutieren und nur noch toleranter zu werden. Denn die Gemeinsamkeit ist mir immer noch wichtiger (sobald ich eine sehe) als das Trennende.
Ich hab immer gern ausprobiert. Und ich habe oft mit Menschen zu tun, die für sich noch nicht klar haben, was sie eigentlich tun können. Da finde ich es wichtig, sie nicht festzulegen (weshalb ich auch seltenst überhaupt über meinen Lehrer spreche oder den Weg womöglich anpreisen würde).
Sollen sie selbst wählen, denn sie müssen damit klarkommen.
mipoohji:
Ist wohl manchmal schwierig mich auf Anhieb zu verstehen... vielleicht sollte ich irgendwie mehr erläutern, was da an Überlegungen so alles hintersteckt...
Wenn ich von einer Illusion von Allmacht und Allwissenheit spreche, dann bedeutet das nicht, dass jemand von sich denken muss, er sei eigentlich irgendwie allwissend oder allmächtig oder könne es werden.
Opfer-sein beinhaltet auch eine starke Übermacht auf irgendeiner anderen Seite und auch das weicht von der möglichen Realität dann entsprechend ab.
Ist eigentlich egal, in welcher Richtung man sich vom Zentrum entfernt hat und wodurch auch immer.
Im Ausgleich wird es leicht geschehen (wem sage ich das als irgendwie schon typischer Waagemensch), dass man ins Extrem geht während man sich einpendelt. Und egal auf welche Seite das Pendel gerade ausschlägt es ist nicht dieselbe Mitte, die zunächst mal fast nur beim Praktizieren erfahren wird.
Anlass für mich waren eben die von Dir verwendeten Begriffe auf die ich zunächst antwortete, "reicht denn Begrenztheit nicht aus?".
Die Dualitäten erlauben eigentlich immer einen Punkt irgendwo zwischen den Extremen, nicht aber die Mitte, in der die ausgeglichen sind und nicht mehr in Erscheinung treten.
Aber ich glaube Dir, wenn Du sagst, dass Du kein Kind ausschütten willst bzw dies zumindest nicht absichtlich tust. Hab nur drauf hingewiesen, dass im negativen Sinne Begrenztheit bereits genug aussagt.
mipoohji:
Warum nicht wir, kann ich Dir sagen. Mein Weg ist in erster Linie für mich, ich kann andere nicht daran messen, sondern ich muss ihn gehen.
Natürlich werde ich auch andere aus meiner Sicht beurteilen/einschätzen, nur kann ich von denen nichts verlangen. Sie sind frei, zu tun was ihnen beliebt. Die Konsequenz ihres Tuns tragen sie ja auch selbst, so wie ich die Konsequenzen meines Handelns selber trage.
Ob ich Dreck abzuschütteln habe, das weiss ich, nicht Du für mich. Du darfst mich zwar einschätzen, aber Du darfst damit auch danebenliegen.
Da der Vorschlag von Dir kam, wenn ich auch einen versöhnlichen Ton darin gefunden habe, habe ich ihn aus o.g. Gründen einfach an Dich zurückgereicht. Sonst landen wir womöglich bei Friede, Freude, Eierkuchen und nicht bei einem Weg.
mipoohji:
Du versuchst hier etwas das so nicht funktioniert.
Du weisst nicht, ob der Tiger Dich fressen wird. Was wäre, wenn der Tiger einfach weitergeht?
Ich weiss leider den Titel des Buches nicht mehr. Da war eine tibetische Nonne, die sowas mal erzählte.
Ebenso die Sache mit den verschränkten Armen. Leg die Leute nicht auf etwas fest, von dem Du nicht wirklich fühlst, dass es nicht ok ist. Schalt Deine Konzepte erst aus und guck hin.
mipoohji:
Sehr schwieriges Thema...
Mir gefällt es grundsätzlich nicht, wenn damit Geld gemacht wird. Mir gefällt es auch nicht, wenn eine Person über Gebühr wertgeschätzt wird.
Aber wie will man das nachvollziehen?
Eigentlich kann man das nur selbst, darf sich also nicht davon beeindrucken lassen, was die Menschen um einen herum da tun. Denn sie haben ihren Stand und ich habe meinen. (Mach ich aber in Bezug auf meinen Lehrer ständig falsch.)
Auch das mit dem Geld ist eine ganz schwierige Kiste, besonders in einer Welt in der Geld immer irgendwie beteiligt ist und sei es um eine Halle anzumieten. Ich weiss dass ich in besten Zeiten sehr großzügig sein kann und nur zum Spaß auch schonmal eine 500 $ Uhr verschenkt habe. Geld spielt nicht die Rolle, es sei denn es geht jemandem ums Geld. Nur wie willst Du das einschätzen?
Das Konzept des Bettelmönchs scheint uns so furchtbar wichtig, aber das ist es nicht. Die Freiheit von Gier und Neid ist der springende Punkt.
Was zählt ist für mich, ob dem Menschen wirkliche Verbesserungen (subjektiv am besten) seines Erlebens zukommen. Und da ist es sehr schwer einzuschätzen inwieweit die echt sind oder eher im Sinne eines Trips. Man muss selbst in der richtigen Haltung sein, um es mitzubekommen...
ist man aber nicht immer...
mipoohji:
Jeder kann nur so wie er kann. Selbst im Lernen suchen wir uns einen Weg, den wir auch bewältigen können. Da ist es manchmal leichter, sich auf vermeintlich sichere Positionen zurückzuziehen, selbst wenn die damit verbunden sind abzulehnen.
Dann kommt eine Sendepause von ganz allein, von der man aber nicht wissen kann, ob sie in irgendeiner Weise zur Weiterentwicklung beitragen wird.
Ansonsten, Kraft sammeln funktioniert ganz gut in der täglichen Praxis... die garantiert auch Lernerfolge, die aber nicht unbedingt etwas mit einem konkreten aktuellen Diskussionspunkt zu tun haben müssen.
Ich hatte mir überlegt, der Frau anzubieten, dann für sie die Bestellung durchzuführen, wenn sie mir das Geld dafür vorab geben würde.
Nun war ich gestern auf dem Markt und siehe da, sie war bereits am Aufbauen als wir ankamen. Ich rief ihr ein "guten Morgen" zu was sie wohl überhörte. Zumindest kam keine Reaktion.
Ich hatte dann auch (in ihrer Nähe) mit dem Aufbau zu tun und musste dann das Auto wegbringen. On bleibt auf dem Markt allein, es ist ihr Ding, ich helfe nur dabei.
Nachmittags fuhr ich zum Abbauen und wieder keinerlei Blickkontakt oder gar mehr. On erzählte mir später, diese Frau habe ihr kurz gesagt, dass On sie nicht angerufen habe (hatte sie ihr wohl vorher angetragen) und dass sie darüber sauer sei und sie solle sie in Ruhe lassen.
On war damit lange beschäftigt, denn sowas ist nicht ihre Lebensart. Sie ist jedermann gegenüber freundlich und zugewandt, erwartet nichts dafür zurück, aber es hat sie ein wenig geschockt, dass jemand derart unfreundlich ist.
Sicher gibt es irgendeinen Grund dafür, dass diese Frau sich so verhält. Wir wissen nicht welcher es sein kann und wir sehen keine Möglichkeit, damit konstruktiv umzugehen. Alles was bleibt ist die Möglichkeit des vergessens.
gab es denn etwas worauf ich hätte antworten können?
Hier aber eine Frage:
"Stehen mit erhobenen Hacken und die Hände im Gassho wäre solch eine Übung."
Wie soll ich mir das vorstellen? Unter Hacken würde ich mal spontan Fersen vermuten... würden die aber erhoben sein, wie sollte ich dann noch stehen?
Oder sind die nur leicht angehoben? Fände ich ziemlich schwierig, so sieben Minuten zu stehen.
Ich hab kürzlich mal erste Gelegenheiten gehabt Taiji praktisch kennenzulernen. Die einzelnen Elemente haben ja sehr viel mit Quigong zu tun. Nur hat man da dem Fuß mehr noch als gewöhnlich eine tragende Rolle gegeben, die Ferse wurde eher mehr belastet als im üblichen Stehen.
Von daher verwundert mich diese Übung.
mipoohji:
Wieder so schreckliche Wörter... reicht denn Begrenztheit nicht aus? Ok, wenn denn vorher mal eine Illusion der Allwissenheit und der Allmacht im Raum stand... dann mögen diese Begriffe vorübergehend als Hilfbegriffe ihren Wert haben...
Ich bin da immer leicht skeptisch, weil ich sehe, wie oft das Kind mit dem Bade ausgeschüttet wird.
Egal wie wir es drehen, wir werden immer auch Mensch bleiben, auch wenn ein Mensch begrenztes Wissen und begrenzte Macht hat... immer noch besser als nix...
mipoohji:
Tatsächlich ist ein Eingeständnis in Form von "keine Ahnung" eine ungeheure Erleichterung (in einer Welt in der genau das seltenst honoriert wird und man sich deswegen kaum traut es zu sagen).
Und dann ist "keine Ahnung" auch wieder eine Form dieses "Zweifels" (daran, bereits alles zu wissen oder zu glauben, das irgendwann zu müssen).
Mit dieser Erleichterung steigt sich´s gerne ein in Bewusstheit und Aufmerksamkeit...
mipoohji:
Ich finde das ist eine viel zu ungenaue Frage. Gefühle bewirken so vieles.
Wir fühlen immer und das hat auch immer einen Einfluß auf unser Handeln.
Gruß
mipooh