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mipoohji:
Zur Frage, bevor ich mich so unklar ausdrücken würde, schriebe ich lieber gar nichts...
Jede Aussprache würde an diesem Punkt enden bevor sie überhaupt anfinge.
Nein, Du kannst mir nicht helfen, ich kann ja nicht einmal mir selbst helfen. Bevor ich nun versuchen würde, den gesamten Text im Einzelnen zu hinterfragen, gestehe ich mir zu, nicht alles verstehen zu müssen.
Es fasziniert mich immer wieder, Texte zu lesen (nicht allein von Dir), in denen nahezu nicht erkennbar ist, wovon der jeweilige Autor eigentlich schreibt und was er tatsächlich ansprechen möchte...
Es erscheint mir wie eine mystische Sprache, eine Orakelform, bei der man (als Autor) sich darauf zurückzuziehen vermag, das dann Verstandene gar nicht gesagt zu haben. (Falls man überhaupt eine Aussage getroffen haben mag, abgesehen davon, dass es formal natürlich eine ist.)
Dies unter dem Aspekt, dass Sprache der Verständigung dient... macht mich nahezu sprachlos...
Gruß
mipooh
(der normalerweise an solchen Stellen nicht einmal reagiert)
mipoohji:
Zunächst würde ich gern verurteilen von beurteilen abgrenzen. Denn dass wir urteilen können ist auch die Grundlage dafür, wählen zu können, was wir tun, womit wir uns beschäftigen.
Verurteilen steht uns gar nicht zu. Weder sind wir Richter noch Besitzen der Welt. Wenn andere sich so aufspielen muss uns das nicht zwangsläufig animieren, es ihnen gleichzutun.
Wird mir meine eigene Vergänglichkeit bewusst, dann habe ich gar keine Grundlage auf der sich mein Ego aufblähen könnte.
Dann ist da noch "die Welt"... was soll das eigentlich sein? Der Planet? Die Menschen?
Der Planet ist freundlich genug, dass wir bis hierher uns entwickeln konnten, dass wir überhaupt existieren.
Die Menschen... sie sind sowas von unterschiedlich, dass es wenig Sinn machte, sie in einen Topf zu werfen und als "die Welt" oder "die Gesellschaft" zu bezeichnen.
Wir haben selbst die Wahl womit wir uns beschäftigen. (Un)schön zeigte mir das eben am Telefon mein Bruder, der sich mal wieder in die Depression (oder zumindest deren unmittelbare Nähe) denkt und redet, wirklich nicht sehr angenehm überhaupt zuzuhören...
Und dann, auf einmal will er mal den Fernseher durchklicken, "vielleicht kommt ja ein guter Film"...
Immerhin angenehmer als der schlechte Film, den er gern und immer wieder in seinem Kopf dreht...
mipoohji:
Zigaretten und Dominanz? Wo erlebst Du da einen Zusammenhang? Coffein-Speed-Action, die anderes dominiert? Ist nicht von der Hand zu weisen, aber vermutlich überbewertet. Da gibt es weitere Ursachen und ich mag es auch nicht auf diese Dinge reduzieren. Überflüssig sind sie allemale...
mipoohji:
Ich denke eben nicht, dass deren Motivation ähnlich ist. Ich habe selbst mal Sport betrieben und dabei diese Leistungserfahrung gemacht. Da fühlte sich nichts verkehrt an, auch wenn möglicherweise Endorphine freigesetzt werden. Die sollten aber keinesfalls wegen der Begriffsverwandtschaft in die Nähe von Opiaten gebracht werden.
Etwas Ähnliches findet möglicherweise auch bei Ritzern statt, nur ist deren Motivation nicht wirklich vergleichbar. Der eine beansprucht den Körper doch wesentlich natürlicher als der andere, des einen Schmerz basiert auf einem physiologischen Vorgang der zur Leistungssteigerung durch Training gehört, der andere verletzt sich selbst.
Eine Endorphinausschüttung mag ziemlich ähnlich stattfinden, von daher ist nur ein Teil des Wohlbefindens ähnlich basiert.
Warum ich das Thema überhaupt ansprach war, dass Schmerz undifferenziert (und wohl auch irgendwie übertrieben) verwendet wurde, dann noch ein grundsätzlicher Zusammenhang zwischen Schmerzfähigkeit und seelischer Gesundheit konstruiert wurde, den ich so nicht allein stehenlassen möchte.
Gesellschaftliche Ursachen für die psychischen Probleme von Ritzern sind durchaus anzunehmen, eine Legitimation des "sich-Schmerz-zufügens" sehe ich darin jedoch nicht. Dass die Ursache gesellschaftlich bedingt ist reicht mir da nicht aus, war auch nur beispielhaft.
Übrigens hat einer meiner Söhne neulich geritzt und der andere hat sich über ein mangelhaftes Gefühlsleben in seiner Familie beklagt. Da ist mit Sicherheit ein gesellschaftliches Problem.
Mir wäre weit lieber, sie benutzten ihre ansonsten gesunden Körper, und sei es mit Eisenstemmen, um die zu fühlen.
Der Gewichtheber will sich auch spüren. Wir leben in einer recht dekadenten Welt/Gesellschaft, in der Bequemlichkeit längst einen falschen Stellenwert bekommen hat. Ausser durch Sport wird kaum jemand im normalen Leben seinen Körper ausreichend gebrauchen können um seinen biologischen Erfordernissen nachzukommen. Genetisch sind wir noch lange nicht in einer Neuzeit angekommen. Ich bezweifle sogar, dass dies jemals geschehen wird ohne dass am Ende wieder mal eine Zivilisation an fehlgeleiteten Werten zugrunde geht. Wir sind nunmal ein Stück Natur, das lässt sich nicht wegzivilisieren...
mipoohji:
Eine Erfüllung des eigenen Lebens besteht nicht darin, das der anderen zu kritisieren und sich selbst auch noch der eigenen Kritik zu unterwerfen.
Dies ist das Vorrecht des Unerfüllten, in der westlichen Welt "Verführer" genannt, in der östlichen "Verführerin". Dieses Ding sitzt als "falsches Ego" zwischen unseren Ohren und behauptet alles besser zu wissen als alle anderen und auch besser als man selbst...
Wie dicht der Dieb an unserer Schatzkammer sitzt können wir nicht verstehen, weil wir ihn für unseren Freund halten, den Schmeichler. Im eigenen Verstand sitzt er und erzählt uns ständig wie toll wir seien oder sein könnten. Dabei sind wir jeweils einer von derzeit 6,5 Milliarden Menschen, unzähligen anderen Lebewesen auf einem von ungezählten Planeten und bei all dem Überfluß auch noch vergänglich...
Selbstkasteiung hat bzgl des Buddhismus der Buddha als untauglich abgehakt. Man muss das nicht unbedingt selber erst durchmachen. Wofür gibt es denn Menschen, die uns ihre Erfahrungen berichten und von denen wir lernen können, ohne jeden Fehler selbst gemacht zu haben...
mipoohji:
Nein, ist nicht so auch wenn die manchmal etwas merkbefreit sind. Ich habe auch schon Menschen mit seelischen Erkrankungen gesehen, die körperlich topfit waren und gut einstecken konnten.
Von daher habe ich größte Bedenken, einen solchen Ausspruch propagiert zu sehen. Ein wenig kann ich verstehen, wie man auf solche Ideen kommen kann. Zum Beispiel im Protest gegen ein Überbehütetsein, wo Mama bei jedem Hinfallen (selbst im Sandkasten) wie von der Tarantel gestochen aufsprang um das arme Kind mit unnötiger Sorge zu einem Dauerplärrer zu machen. Da scheint mir das eine gesunde Abwehr und es ist zu hoffen, dass dann irgendwann ein Einpendeln auf ein lebbares Maß erfolgt.
Extreme sind selten gut und sich selbst Empfindungen zuzufügen ist mir extrem. Gefühle selbst zu produzieren ist wieder etwas anderes, was man vielleicht sogar mit Maßnahmen wie Leistungssport sinnvoll trainieren kann. Der "Schmerz" beim Gewichtestemmen ist auch ein völlig anderer als der beim (zB) "Ritzen".
Wünsche jedem dass er sowas nie zu brauchen glaubt.
mipoohji:
Die Ärzteschaft sucht nach den letzten Marktlücken um auch dort die Nichtärzte in ihren Handlungsräumen zu beschränken.
Mag auch schonmal ein netter Arzt dazwischensein, aber die Enntwicklung insgesamt ist abzusehen.
Ob es nun unterm Strich als positiv oder eher negativ zu sehen ist, wenn buddhistische Elemente kommerzialisiert werden und andere Elemente dann wahrscheinlich neomystifiziert und somit einer Esoterik im Gegensatz zur Wissenschaft zugeordnet werden, das bleibt abzuwarten.
mipoohji:
Todesangst wäre das erste was zu verlernen wäre und was willst Du dann noch mit einem Ohr?
Gruß
mipooh
(der nicht versteht, wie man in einem solch harmlosen Ding wie Aikido eine Zwangsjacke sehen kann und der jetzt ein paar Mal Taiji gemacht hat, weil der körperliche Anspruch beim Aikido seine geringen Möglichkeiten bereits weit überfordert hat)
mipoohji:
Wer streitet denn? Ich kege nur Wert auf die Feststellung dass Bananen keine Kirschen sind, auch wenn beide gut schmecken und Vitamine haben.
Um mehr geht´s nicht. Ich schätze Aikido sehr, auch wenn ich es nur vom Ansehen kenne und ein Buch darüber gelesen habe (von irgendsoeinem Dänen oder Schweden, sehr umfangreich und kostenlos irgendwo im Internet). Und ich schätze Zen.
Selber mache ich etwas, das wieder einen anderen Namen bekommen wird oder sogar schon hat, und das ist beiden sehr verwandt und doch nicht dasselbe.
mipoohji:
Ja, sowas meine ich. Ich hatte oben "anbiedern" auch absichtlich in "" gesetzt und quasi vom "leere Hülle" übernommen und umfunktioniert, denn natürlich ist es kein Anbiedern.
Ist schon witzig, wie das so abläuft. Ich erinnere mich gerade, vor etlichen Jahren mal spazierengegangen zu sein, weil ich lächelnde Gesichter sehen wollte (ohne dies etwa durch mich auszulösen). Ich war etwas geschockt, dass es eineinhalb Tage brauchte, bis ich dann eines sah.
Das war dann auch noch eine Mutter eines Kleinkindes...
Lächle Du ruhig, wir können davon nie zuviel kriegen...
mipoohji:
Ist nicht gemeint wie es Dir klang... mir fiel auf, dass ich "Dualität vermeidend" mir angewöhnt hatte weniger zu fühlen als zu anderen Zeiten.
Steigerungsfähig klingt vielleicht nach "Leistung" und so ist es natürlich nicht gemeint.
Es geht mehr um Wertschätzung.
Es war sicher auch nicht von allgemeinem Interesse, es fiel mir nur zum Eingangsposting ein, das etwas frustriert klang. Alleinsein hat ja zwei Aspekte, zum einen Selbst-sein und zum anderen kommunikationsunfreudig zu sein, was im Zusammenhang mit dem Begriff Gesellschaft wohl eher angesprochen war. Dass gerade das auch ein Fehler sein kann, war mir eben heute morgen aufgefallen.
Ganz konkret habe ich nun seit langer Zeit vermieden, meinen Lehrer zu lieben und sehe nun, dass das ein Fehler war. Denn ich erlebe nun auch nicht die damit verbundene Beziehungsqualität.
Ursache war ein Konzept, ein Wunsch nicht deswegen angreifbar zu sein und das ist alles Blödsinn...
Übertragen kann man das aber auch ganz getrost auf das Leben in einer Gesellschaft. Ich war dann später auf dem Straßenverkehrsamt und wartete mit vielen Menschen zusammen im Warteraum. Da war die Kommunikation ganz typisch eingeschränkt auf Vermeidung von Fühlen oder maximal unsichere Äusserungen von "dauert aber heute lange" und so´n Kram. Ansonsten blätterte jeder in seiner Zeitung...
Ich beklage das nicht, es ist ok und es könnte auch anders sein... wenn...
Darum ging´s mr.
mipoohji:
Nicht anhaften mag ja ok sein, solange da was ist an dem man nicht anhaftet... nur ohne das ist es natürlich leicht nicht anzuhaften, weil da eben nix ist.
Ich meine natürlich keine Gefühle, denen man hilflos ausgeliefert ist, sondern welche die man fühlt weil man sie fühlen mag.
Mitgefühl... woher sollte das kommen, wenn man nicht fühlte?
Der Tag war voll, da war auch Wärme und Zugewandtheit, die beide steigerungsfähig sind. Ohne Anhaften...
mipoohji:
Wie lange?
Als ich heute meine Übung machte, bemerkte ich, dass ich nun seit geraumer Zeit einen furchtbaren Fehler mache.
Da fehlte etwas. Nämlich das, warum ich es überhaupt tue, Sehnsucht, Leidenschaft und Liebe. Der gesamte Bereich des Fühlens schien zum Erliegen gekommen, was sich wiederum leer und allein anfühlte.
Und natürlich liess es sich nicht vermeiden, danach zu suchen und auch zu denken.
Mir fiel dann auf, dass ich vor lauter Cleverness vergessen hatte, ein Gegenüber zu haben. Sowas richtig schön dualistisches, dem gegenüber mein Ich überhaupt wirksam werden kann. Etwas oder jemand, das ich lieben kann, damit ich mich selbst überhaupt wahrnehmen kann.
Dafür würde ich mich sogar "anbiedern" wollen...
Dass das nun überhaupt nicht ein bischen zennig klingen mag, ist mir egal. Ich will gern auf Isoliertheit verzichten, wenn ich dafür erfüllt sein kann...
Worte, die nicht wirklich ausdrücken können, was da passiert, aber bessere fand ich gerade nicht.
mipoohji:
Das ist eben Küchenrhetorik. Mit demselben Trick erzählen Atheisten, dass es keinen Gott gäbe oder Politiker was links oder rechts sei... und dass man deswegen etwas ablehnen müsse.
Natürlich ist das schräg, aber Unsui wird uns gern erklären, warum schräg auch gerade sei.
(Jemand nannte das hier "Zentalk")
Gruß
mipooh