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mipoohji:
Das liegt nur daran, dass Laufen anstrengend ist. Deshalb brauchst Du das Ziel um nicht zwischendrin einfach aufzuhören.
Würden wir uns keine Ziele setzen, würden wir gar nichts tun.
Ich glaube auch den Menschen nicht, die immer auf dem Ideal der Ziellosigkeit herumreiten. Kein Mensch kann sich ziellos auf ein Zafu setzen. Das würde gar nicht gehen. Er wüsste nichtmal dass es ein Zafu gibt.
Schau mal, was so ein Mensch alles zielgerichtet tun muss, nur um mal ein paar Minuten gegen eine Wand starren zu dürfen. Er packt vielleicht seinen Umhang in eine Tasche, fährt mit dem Bus zu einem Ort, an dem man sich zum Sitzen trifft, zieht sich um, begibt sich in den Raum, setzt sich auf seinen Platz in einer ganz bestimmten Haltung und wenn dann die Glocke tönt, steht er wieder auf.
Dies absichtslos zu nennen wäre doch ziemlicher Unsinn, nicht?
Und doch gibt es da Momente, in denen das Zafu vergessen wird, die Tasche, der Umhang und der Bus. Vielleicht gar der Raum und das Sitzen und es ist nur Jetzt.
Und genau dies passiert beim Sport doch immer wieder. Dass das Ziel nicht bewusst ist oder das linke Bein oder das rechte. Die Anzahl der Schritte, der Pulswert, die vorbeifliegenden Bäume oder Häuser und alles was ist ist Jetzt. Immer nur für einen Augenblick, der mehr oder weniger kurz/lang ist.
Das Jetzt und die Absichtslosigkeit sind weder an ein Zafu gebunden noch an Turnschuhe. Und sie sind niemals permanent.
Zazen ist lediglich eine andere Technik als Laufen. Ob es Zen sein kann bestimmt ausschliesslich der Übende, indem er dem Tun eben diesen Sinn gibt.
mipoohji:
Spinn nicht rum, Aloke.
Ein Divenabgang ist völlig überflüssig.
Sei einfach nicht so überempfindlich.
Zieh Deine rosa Boxhandschuhe wieder aus, die mit dem Hufeisen drin und dichte weiter romantisches Zeugs. Jetzt wo wir uns aneinander gewöhnen, solltest Du Dich nicht entziehen.
Ob Du irgendwie sein möchtest, das ändert erstmal gar nichts und wenn Du Dir zu gemein bist, erstens ist das nicht oft und zweitens ändert sich auch das.
Romantik ist hübsch, aber sie ist geschminkt. Trau uns ruhig zu, Dich erkennen zu können und auch Dich zu meinen wenn wir mit Dir reden.
mipoohji:
Es wird immer und überall versucht etwas zu systematisieren. Ob das nun drei Pfeiler sind oder vier Wahrheiten, achtfache Pfade oder zwölf Apostel.
Das kann hilfreich sein und genausogut kann es das komplizieren was eigentlich ganz einfach ist.
Ich kenne es aus dem Buch von Pilipp Kapleau, das den Titel trägt. Allerdings erinnere ich mich nicht sicher daran wie er dann die drei Pfeiler bezeichtet hat. Vermutlich mit Buddha, Sangha, Dharma...
mipoohji:
Ich nehme an, dass Du Deinen Beruf nicht aufgeben möchtest.
Ich kann mir schwerlich vorstellen, mit Koans zu arbeiten und gleichzeitig zu programmieren. Aber das kann für Dich ganz anders sein.
Es gibt übrigens auch weitere Richtungen des Zen, zumindest fällt mir namentlich noch Sanbo Kyodan ein. Aber es gibt wohl auch noch mehr.
Für jemanden, der gern und viel denkt, gibt es viele Möglichkeiten, diesem zeitweise zu entwischen. zB Mantras. Aber auch jede andere Technik, die mir bekannt ist, würde letztlich ein "immer Denken-Müssen" aushebeln und Dich friedlich fühlen lassen. Selbst autogenes Training ist da mächtig genug...
Aus der Not eine Tugend machen würde zB Jnana-Yoga, da musst Du sogar denken... weiss nur nicht, ob es da Lehrer gibt. Hab nur damals ein kleines Buch vom Swami Vivekananda darüber gelesen.
Wir westlichen Menschen tun uns mit Meditation sehr schwer. Weil wir "darauf bestehen" zu verstehen, selbst da wo es nicht möglich ist. Fühlen kann man eben nur fühlen und nicht denken.
Deswegen dauert es auch so ewig lange bis wir eine simple Meditationstechnik anwenden statt über ihre Funktionsweise oder ihren Sinn und Zweck nachzudenken. Das ist nicht unbedingt nur ein Nachteil, aber es dauert dadurch oft etwas länger, die damit verbundene Erleichterung zu erleben.
Wir suchen etwas, weil wir denken, es verloren zu haben. Dafür gibt es zwar gar keinen Grund, ausser dass uns das jemand eingeredet hätte, aber wir tun es brav. Tatsächlich ist es anders. Wir möchten, uns ganz sicher fühlend, das Unsagbare erleben ohne den Zweifel, dass es das auch ist. Sozusagen "das richtige Unsagbare". Weil man uns eingeredet hat, es gäbe überall Fallen oder falsche Wege.
Ohne über den eigenen Schatten zu springen, es endlich aufzugeben, es zu zerteilen, analysieren, kann es uns nicht lange genug bewusst werden, so dass wir es wertschätzen könnten. Und um dies zu tun, benötigen wir ein tiefes Vertrauen in den Weg den wir gehen. Man geht oft sogar so weit es als Glauben zu bezeichnen.
Da wäre also ein sinnvoller Ansatz in einer Entscheidung. Die Frage, wo vertraue ich tief?
mipoohji:
Trotzdem ist Erleuchtung kein schlechter Begriff dafür.
Genau wie ich mit Banane für diese gelben Dinger zurechtkomme, die man auch essen kann.
mipoohji:
Zum Meditieren genügt es in der Tat zu atmen (den Atem zu beachten, nicht mehr und nicht weniger). Dazu musst Du nicht einmal sitzen, das kannst Du jederzeit tun.
Das was Du durch Meditation zu erreichen suchst, befindet sich sowieso in Dir. Im Aussen kannst Du, wenn Du geschickt suchst, Hilfen finden, denn es ist zu einfach als dass Du mit Deinem (ganz normal) komplizierten Verstand es begreifen könntest. (Normalerweise, trifft auf die meisten Menschen zu.)
Mit dem Suchen und Weitermachen meinte ich eigentlich Deine eigenen Ansätze im Zen zu suchen. Nicht, dass ich dächte es müsse unbedingt Zen sein, aber es ist im Prinzip ok. Eine gute von mehreren guten Möglichkeiten.
Da Du ja fragst und Dich auch nicht "abwimmeln" lässt, bzw Dich nicht zufrieden gibst, denke ich, suche Dir einen Lehrer. Ich glaube nicht, dass Du allein sitzen und atmen möchtest. Du würdest zweifeln, ob es denn ok ist. Und das muss weg. Das stört nur unnötig. Also tu es in einer Gruppe, dann bist Du zumindest diese Sorge zunächst mal los.
mipoohji:
Wenn Du nicht hingehst um zu gucken, wie willst Du dann wissen, ob Du das magst, besonders den Lehrer.
Stell Dir mal vor, hier gäbe Dir einer den Rat zu dem und dem Lehrer zu gehen. Du würdest dies tun und wärest furchtbar enttäuscht, denn der Typ ist eine echte Pfeife. Du versuchst es aber trotzdem, weil ja jemand gesagt hat, der wäre tatsächlich ein großer Meister. Und nach einigen Jahren der Frustration würdest Du ihn und die Sangha verlassen und bei Null anfangen zu suchen.
Nee. Tatsächlich, geh hin und guck. Lass Dich überraschen von dem was sich Dir bietet. Und da, wo Dein Herz sagt, "Ja", da bleib ein wenig länger.
Dieser Prozess, einen Meister/Lehrer zu suchen ist sehr häufig beschrieben worden, nicht nur im Zen. Du wirst erst dann jemanden akzeptieren können, wenn Du aus eigenem Erleben davon überzeugt bist, dass dies der richtige für Dich ist.
Ich geb ja zu, dass das mühsam erscheint. Aber auf der anderen Seite ist es eines der ganz großen Abenteuer, die dieses Leben bietet.
Warum sollte man Dir das vorenthalten? Geh und guck. Prüfe mit Deinem eigenen Herz ob jemand Dir gut genug ist.
Andere Menschen fliegen mal nach Mallorca, mal nach Teneriffa, mal auf die Malediven. Genauso kannst Du mal in diese mal in jene Sangha gehen um zu gucken, wo Du Deine Sangha-Heimat finden magst.
Oder auch ob überhaupt. Selbst dafür wäre die Zeit nicht verschwendet. Es kommt doch nur auf Dich an.
mipoohji:
In gewisser Weise wirst Du den Weg immer allein gehen, selbst wenn Du einer Gruppe beitreten würdest.
Meditation im Selbststudium zu erlernen halte ich grundsätzlich für möglich. Irgendjemand war in allen Meditationsarten der erste der sie gefunden hat.
Andererseits hast Du sowohl Autogenes Training als auch Yoga betrieben und hast dabei Meditation übersehen. Was spricht dafür, dass dies nicht auch weiterhin der Fall sein wird?
Es gibt nichts einfacheres als Meditation. Kümmere Dich um nichts anderes als Deine Atmung zu verfolgen und Du wirst in Meditation landen. Dazu brauchst Du nicht einmal Literatur.
Dass Du "mit Meditation beginnen" möchtest, weist darauf hin, dass Du irgendwoher diesen Begriff kennst und mit etwas verbindest, was Dir wertvoll erscheint. Warum also nicht da weitersuchen, wo sie Dir begegnet ist?
Frage ich mich, was möchtest Du eigentlich von uns?
mipoohji:
Als erstes frage ich mich, was wohl die vielen Fragen zu bedeuten haben, die Du stellst.
Du suchst nach einer Richtung, die Du auch gehen kannst und einen Lehrer, der für Dich geeignet ist... und da fragst Du uns?
Wäre das nicht eine Frage, die Du ganz allein Dir stellen solltest?
Was die von Dir angesprochenen Personen angeht, vielleicht kann Dir da jemand was sagen. Google gibt ja nun zu dem Begriff Nakagawa Noen nicht viel her, bei Nyogen Senzaki sieht es schon etwas anders aus.
mipoohji:
Dankbarkeit ist eine feine Sache. Ist besänftigend für´s Gemüt und die Ursache von Glück.
Ist eigentlich egal wofür man dankbar ist oder ob es überhaupt einen Grund gibt... wirken wird sie trotzdem.
mipoohji:
Ach ja...
Wen kennst Du denn, der seit Jahrtausenden, ja ganzen Zeitaltern, sich immer wieder inkarniert hätte?
Für mich macht dieses Modell schlichtweg keinen Sinn. Erinnert mich in seiner Naivität an den alten Mann mit langem weissen Bart, der auf einer Wolke sitzt.
mipoohji:
Hast Du da vielleicht was falsch abgeschrieben? Oder stand das schon so in dem Buch?
"Der Weise nennt jemanden, der es versteht,
Tag und Nacht
in Achtsamkeit zu verweilen,
jemanden , der
den Weg kennt, allein zu leben. "
Würden wir uns keine Ziele setzen, würden wir gar nichts tun.
Ich glaube auch den Menschen nicht, die immer auf dem Ideal der Ziellosigkeit herumreiten. Kein Mensch kann sich ziellos auf ein Zafu setzen. Das würde gar nicht gehen. Er wüsste nichtmal dass es ein Zafu gibt.
Schau mal, was so ein Mensch alles zielgerichtet tun muss, nur um mal ein paar Minuten gegen eine Wand starren zu dürfen. Er packt vielleicht seinen Umhang in eine Tasche, fährt mit dem Bus zu einem Ort, an dem man sich zum Sitzen trifft, zieht sich um, begibt sich in den Raum, setzt sich auf seinen Platz in einer ganz bestimmten Haltung und wenn dann die Glocke tönt, steht er wieder auf.
Dies absichtslos zu nennen wäre doch ziemlicher Unsinn, nicht?
Und doch gibt es da Momente, in denen das Zafu vergessen wird, die Tasche, der Umhang und der Bus. Vielleicht gar der Raum und das Sitzen und es ist nur Jetzt.
Und genau dies passiert beim Sport doch immer wieder. Dass das Ziel nicht bewusst ist oder das linke Bein oder das rechte. Die Anzahl der Schritte, der Pulswert, die vorbeifliegenden Bäume oder Häuser und alles was ist ist Jetzt. Immer nur für einen Augenblick, der mehr oder weniger kurz/lang ist.
Das Jetzt und die Absichtslosigkeit sind weder an ein Zafu gebunden noch an Turnschuhe. Und sie sind niemals permanent.
Zazen ist lediglich eine andere Technik als Laufen. Ob es Zen sein kann bestimmt ausschliesslich der Übende, indem er dem Tun eben diesen Sinn gibt.
mipooh